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Von impressionistisch bis abstrakt

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Fünf von sechs beteiligten Künstlern (von links): Gerlinde Vestweber, Maggie Thieme, Angelika Eichenauer, Reiner Packeiser und Marcel Pfeffer vor Arbeiten von Annika van Vugt, die nicht an der Vernissage teilnehmen konnte. © Frahm

Sechs neue Mitglieder des BBK Mittelhessen präsentieren ihre Kunst in einer Ausstellung der Stadtgalerie Wetzlar.

Wetzlar. »Diese nackten Frauen sind keine Objekte, sondern Subjekte, die den Betrachtern selbstbewusst fordernd entgegentreten«, sagte Sabine Harder über die Werke von Annika van Vugt. Die Kunsthistorikerin hatte es in der Vernissage übernommen, dem Publikum die Arbeiten der beteiligten sechs Künstler vorzustellen. Mit der Ausstellung »Neue Synergien« stellen sich die sechs in den vergangenen zwei Jahren aufgenommenen Neumitglieder des BBK Marburg-Mittelhessen dem Publikum vor.

Nach der Begrüßung durch den Wetzlarer Kulturdezernent Jörg Kratkey sprach zunächst Erhard Waschke, Vorsitzender des Bundes bildender Künstler (BBK) Mittelhessen, über den Berufsverband, der unter anderem eine Ausstellungsvergütung für bildende Künstler durchzusetzen versucht. »Auch hier bekommen die Künstler kein Honorar sondern haben auf eigene Kosten und aus eigener Kraft die Ausstellung vorbereitet und eingerichtet«, berichtete Waschke in der Stadtgalerie.

Unter dem Titel »Neue Synergien« präsentieren die sechs Künstler insgesamt 32 Arbeiten aus ihrem umfangreichen Werk. Ausstellungen mit Arbeiten neuer BBK-Mitglieder finden auf Initiative der früheren Kulturamtsmitarbeiterin und Kunsthistorikerin Ulrike Sott alle zwei Jahre statt.

Zunächst stoßen die Besucher auf Arbeiten von Marcel Pfeffer. Der aus dem fränkischen Uissigheim stammende Künstler zeigt großformatige, farbenfrohe Gemälde, die vom Impressionismus beeinflusst sind. Annika van Vugt schließt sich mit ihren naturalistischen Bildern an, zu denen die starken Nackten gehören, die Herder in ihrer Rede hervorhob. Die Siegbacher Künstlerin konnte nicht persönlich an der Vernissage teilnehmen, da sie gerade ihr zweites Kind bekommen hatte.

Die Gießenerin Maggie Thieme verwendet Worte als minimalistische Kunstobjekte und stellt sie in einen visuellen Kontext. In ihren Objekten ironisiert die vielseitige Künstlerin den Alltag und übermittelt kritische Botschaften.

Gerlinde Vestweber aus Winterscheid holt Alltagsmotive aus ihrem Schattendasein und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Die gewohnte Art der Wahrnehmung wird so in Frage gestellt. Angelika Eichenauer präsentiert in der Stadtgalerie Bilder mit Abstraktionen und experimenteller Malerei. Die Wettenbergerin pflegt einen sehr freien Stil. So entstehen auch gegenständliche, expressive Bilder.

Der Wettenberger Rainer Packeiser widmet sich in seinen ausgestellten Werken dem Porträt, das er als eine der anspruchsvollsten Herausforderungen betrachtet. Die an Schwarz-weiß-Fotos erinnernden Arbeiten sind mit Grafit auf Bütten gezeichnet und zeigen laut Künstler den ganzen Menschen mit seinen Licht- und Schattenseiten.

Die Ausstellung in der Stadtgalerie (Bahnhofstraße 6) in Wetzlar ist bis zum 15. Mai zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags, mittwochs und freitags von 12 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 15 Uhr. Am 15. Mai um 15 Uhr laden die beteiligten Künstler zum »Kunstcafé« in den Ausstellungsräumen ein. Der Eintritt zu der Ausstellung und den Veranstaltungen ist frei.

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