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Von Rippen und Noppen

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Diese Querung an der Einmündung der Fröbelstraße in die Straße Trieb und Lincolnstraße ist nach Ansicht von Kornelia Steller-Nass nicht nach DIN-Vorschrift. © Schäfer

Im Gießener Behinderten-Beirat wurde auf Missstände bei dem Blindenleitsystem hingewiesen. Es ging um die Querung an der Einmündung der Fröbelstraße in die Straße Trieb und Lincolnstraße.

Gießen. Kornelia Steller-Nass vertritt im Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderungen den Gießener Arbeitskreis für Behinderte. In der letzten Beiratssitzung bemängelte sie das Blindenleitsystem auf der Baustelle an der Einmündung der Fröbelstraße in die Straße Trieb und Lincolnstraße. »Ist diese Querung nach DIN-Vorschrift? Ich glaube nein«, bemerkte sie. Der Anzeiger schaute sich diese Einmündung, die bis auf die abschließende letzte Teerbelagsdecke fertiggestellt scheint, genauer an.

Überquerungen

In Ausführungen zu den entsprechenden Regelungen dazu heißt es: Überquerungsstellen für blinde und sehbehinderte Menschen sind weiterhin mit Richtungsfeldern anzuzeigen, aber das Auffinden ungesicherter Überquerungsstellen wurde erleichtert, und ebenso die Unterscheidbarkeit gesicherter und ungesicherter Überquerungsstellen klarer geregelt. Gesicherte Überquerungsstellen werden weiterhin durch die Kombination von Rippe im Richtungsfeld und Noppe im Auffindestreifen angezeigt. Bei ungesicherten Überquerungen sollte lediglich ein Richtungsfeld angeordnet werden. Aber in vielen Situationen war das Richtungsfeld dann kaum zu finden. Bei seitlich gelegenen ungesicherten Überquerungsstellen kann deshalb künftig ähnlich wie bei gesicherten ein Auffindestreifen mit Noppen angeordnet werden, der aber dann mit 60 Zentimeter Abstand zum Richtungsfeld endet. So wird ermöglicht, dass das Richtungsfeld auch gut gefunden wird. Die Rippen des Richtungsfeldes sollen so angeordnet sein, dass sie an Überquerungsstellen direkt in Hauptgehrichtung liegen. Führt nun ein Weg direkt auf eine gesicherte Überquerung zu, liegt der Auffindestreifen direkt quer vor dem Richtungsfeld. Damit ist die Überquerungsstelle als gesichert gekennzeichnet. Ungesicherte Überquerungsstellen werden stattdessen lediglich durch ein Richtungsfeld angezeigt.

Auffindestreifen

Da keine genoppten Auffindestreifen am Übergang an der Einmündung der Fröbelstraße eingebracht sind, ist an dieser Stelle von einer ungesicherten Überquerungsstelle auszugehen. Wenn man dort die Fröbelstraße Richtung Grünberger Straße überqueren will, sind die Rippen des Richtungsfeldes zwar so angeordnet, dass sie direkt zum Übergang auf die andere Straßenseite zeigen. Will man hingegen von der anderen Seite in Richtung Trieb, dann weisen die Rippen nicht auf den gegenüberliegenden Übergang, sondern nach rechts davon in Richtung der Straße am Trieb. Ein auf einen Blindenstock angewiesener Mensch wird somit beim Überqueren der Straße fehlgeleitet und die Übergangsstelle des gegenüberliegenden Gehweges nicht auffinden.

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