Vorschläge zum Verkehrsversuch auf dem Anlagenring in Gießen

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GIESSEN - (olz). Mit einer großen Zeitungsanzeige haben in der vergangenen Woche Innenstadtakteure deutliche Kritik am von SPD, Grünen und "Gießener Linken" gewünschten Verkehrsversuch auf dem Anlagenring geübt. Um die Positionen auszutauschen, hat in dieser Woche ein Gespräch zwischen den Akteuren und Vertretern der SPD stattgefunden. Dabei regten die Einzelhändler Veränderungen im Antrag der politischen Partner an.

So solle im Text klarer hervorgehoben werden, dass Erarbeiten und Planen im Vorfeld der praktischen Umsetzung Teil des Verkehrsversuchs sind. Zur zeitlichen Dauer heißt es im Antragstext von SPD und Grünen, dass ein mindestens einjähriger Verkehrsversuch realisiert werden soll. Die Innenstadtakteure wünschen sich eine Formulierung, dass der Versuch bei augenscheinlichem Scheitern auch schon vorher abgebrochen werden kann. Das Gutachten, das parallel zum praktischen Teil auf dem Anlagenring entstehen und als Entscheidungsgrundlage der Stadtverordnetenversammlung dienen soll, möchten die Akteure erweitern. Es soll aus ihrer Sicht nämlich auch untersuchen, ob sich eventuelle Auswirkungen des Verkehrsversuchs auf den Kfz-Verkehrsfluss auf dem Anlagenring, in den Einfallstraßen und den Nebenstraßen organisieren lassen. Schriftlich festgehalten werden soll, dass entsprechende Planungen und Prognosen zu diesem Punkt vor der praktischen Umsetzung erfolgen.

Voraussetzungen erfüllen

Und dass der praktische Teil verschoben wird, sollten sich diese Voraussetzungen nicht finden. Insgesamt wünschen sich die Innenstadtakteure eine klare Reihenfolge: Erhebung, Planungen, die Beeinträchtigungen berücksichtigen, Organisation, Umsetzung des Versuchs, Schlüsse ziehen und die langfristige Umsetzung. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Christopher Nübel, dass man bei einem positiven Votum keinesfalls einfach den Anlagenring zumachen wolle. Vorab werde ein entsprechendes Büro die Fragen rund um den Verkehrsversuch klären und seine Parameter definieren. "Natürlich muss dieser Versuch fachlich aufgestellt werden", betont Nübel. Wenn das innerhalb der im Antrag vorgesehenen sechs Monate nicht gelinge, dann dauere es eben sieben oder acht Monate. "Der Versuch beginnt aber schon in dem Moment, in dem sich das Fachbüro daran setzt, mit Magistrat und Verwaltung zu erarbeiten, wie der praktische Teil aufgestellt wird", erläutert der sozialdemokratische Spitzenkandidat. Gerade in der aktuellen Corona-Krise und im Lockdown könne er die Sorgen der Einzelhändler, die zum Teil seit vielen Monaten geschlossen haben, verstehen. Aber er sei von positiven Effekten des Versuchs auf die Innenstadt überzeugt, resümiert Nübel. Seite 14

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