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Wahlfreiheit für Radelnde in Kleinlinden

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Beides ist möglich: Radverkehr auf der Fahrbahn und auch auf dem noch ausgeschilderten Radweg entlang der Frankfurter Straße in Kleinlinden. Foto: Jung © Jung

Gießen (red). Bisher waren Pkw, Busse und Lkw auf den Hauptstraßen in Kleinlinden auf der Fahrbahn meist unter sich und der Radverkehr wurde von diesen getrennt geführt. In der Frankfurter Straße und in der Zufahrt der Wetzlarer Straße zur Frankfurter Straße werden sich Kfz-Verkehr und Radverkehr in Zukunft deutlich mehr den öffentlichen Verkehrsraum teilen:

Die Benutzungspflicht der Radwege wird aufgehoben.

Das bedeutet: Routinierte Radler können jetzt auch auf der Fahrbahn bleiben und so schneller vorankommen. Radelnde, die sich im Mischverkehr auf der Fahrbahn weniger sicher fühlen, dürfen aber weiter die Radwege befahren. Die Arbeiten hierzu werden am Montag, 24. Oktober, durch den städtischen Betriebshof beginnen, wie die Stadt in einer Presseerklärung mitteilt.

Die Radwege in der Frankfurter Straße waren seinerzeit eine große Errungenschaft. Die bauliche Trennung von Kfz-Verkehr und Radverkehr wurde als sicherste Variante angesehen. Inzwischen sehen Forscher das differenzierter. Auch die Rechtsprechung hat klargestellt, dass Radverkehr als Fahrverkehr anzusehen ist und bis auf begründete Einzelfälle damit in der Regel auf der Fahrbahn stattzufinden hat. Bestehende Radverkehrsführungen werden deshalb Schritt für Schritt überprüft.

Das Ergebnis der Überprüfung für die Frankfurter Straße und die Wetzlarer Straße ergab laut Stadtverwaltung, dass die Benutzungspflicht nicht länger begründet werden kann und wegfällt. Lediglich im Abschnitt ab der Einmündung Heide, stadtauswärts, soll die Benutzungspflicht wegen der durch Ampeln gesicherten Überleitung auf den linksseitig benutzungspflichtigen Zwei-Richtungs-Rad-/Gehweg Richtung Linden aufrechterhalten bleiben. In den anderen Abschnitten werden die blauen Verkehrsschilder, die eine Radverkehrsnutzung vorgeschrieben haben, vom städtischen Betriebshof abgeschraubt. In diesem Zuge werden die Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Ummarkierungsarbeiten für die Baumaßnahme durchführen.

Bei der vorherrschenden Verkehrsbelastung werden markierte Radverkehrsanlagen empfohlen. Das würde aber eine umfassende Überplanung und Neuaufteilung des gesamten Straßenraumes erfordern. Aus diesem Grund, greift die Stadt zu einer Übergangslösung, die sich in anderen Städten schon bewährt hat: die sogenannten Rad-Piktogrammketten. Mainz hat dafür sogar den deutschen Fahrradpreis erhalten.

Im Bereich von Einmündungen werden in dichter Folge Rad-Piktogramme, wie man sie auch schon bei Radfahrstreifen kennt, auf die Fahrbahn markiert und im weiteren Verlauf in größerem Abstand wiederholt. »Änderungen in der Verkehrsführung, wie beispielsweise die Wahlfreiheit für Radfahrende, sorgen bei vielen Verkehrsteilnehmenden für Irritationen. Um insbesondere dem Kfz-Verkehr zu verdeutlichen, dass Radverkehr trotz baulicher Radwege auch auf der Fahrbahn fahren darf, sollen Rad-Piktogrammketten markiert werden. Im Vordergrund hierbei steht, Konflikte zu entschärfen und die Rücksichtnahme zu erhöhen«, erläutert Bürgermeister Alexander Wright diese Neuerung.

Weiterhin werden durch den städtischen Bau- und Betriebshof die Parkplätze zur Fahrbahn hin markiert und um Sicherheitstrennstreifen ergänzt. Diese Markierung dient dem Radverkehr als Orientierung, um Unfälle mit plötzlich geöffneten Autotüren möglichst zu vermeiden.

Auch in der Wetzlarer Straße wird mit der Maßnahmenumsetzung Wahlfreiheit gelten. Damit werden auch Konflikte zwischen rechtseinbiegenden Fahrzeugen und geradeausfahrendem Radverkehr Richtung Innenstadt reduziert.

Bürgermeister Alexander Wright freut sich über diese Verbesserung in der Verkehrsabwicklung und setzt im Zuge der vollzogenen Änderungen der Beschilderung und Markierung auf das gegenseitige Verständnis der Verkehrsteilnehmenden.

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