Wahlkampf für Stadt und Landkreis Gießen vor der Kamera

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GIESSEN - (olz). Am 14. März ist Kommunalwahl - wegen der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen. Auch den Wahlkampf macht die Pandemie nicht leichter. Wie die politischen Botschaften an die Wähler bringen? Eine besondere Idee des "Paritätischen Hessen": Kandidaten der unterschiedlichen Parteien zu sozialpolitischen Themen befragen und die Interviews filmen.

Ab diesem Montagmittag stehen die Filme im Internet frei zur Verfügung. Sie bieten die Möglichkeit zur vertieften Information in Sachen Sozialpolitik. Denn Kandidaten von Grünen, SPD, Linken, CDU und FDP haben nicht nur die Fragen von Anzeiger-Reporter Stephan Scholz beantwortet. Im Gespräch mit Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen geht es vielmehr auch um deren aktuelle Situation und Wünsche an die Politik.

Vertiefte Gespräche

Während das Team die Kameras aufbaut, nehmen die Kandidaten in sicherer Corona-Entfernung Platz. Und zwar auf Bussitzen. Denn die Veranstaltung des "Paritätischen" unter dem Motto "Nächster Halt: Sozialpolitik" mit Unterstützung des Gießener Anzeigers tourt im Bus durch Stadt und Landkreis. Im Wechsel an Bord sind Gerda Weigel-Greilich und Kerstin Gromes von den Grünen, Astrid Eibelshäuser und Sabine Scheele-Brenne von der SPD, Barbara Lindemann von der CDU, Ali Al-Dailami und Reinhard Hamel von der Linken sowie Dr. Klaus Dieter Greilich von der FDP. Sie beantworten grundsätzliche Fragen zur Sozialpolitik, etwa zum Thema Kinderarmut. Im Austausch mit Vertretern von Einrichtungen wie der Lebenshilfe Gießen oder des Vereins für Psychosoziale Therapie stehen dann vertiefte Gespräche etwa zu Beschäftigungsförderung, der Situation von Familien mit behinderten Kindern oder den Ehrenamtsstrukturen im ländlichen Raum an.

Erarbeitet haben die Fragen Mitgliedsorganisationen des "Paritätischen"Zum sozialen Wohnungsbau wollen sie zum Beispiel wissen, wo die Kandidaten Möglichkeiten zur Realisierung sehen. Nachgefragt wird ebenso, ob das Instrument des erweiterten Wohnberechtigungsscheins in Gießen eingeführt werden sollte. Ein zentraler Aspekt zur Situation von Familien mit behinderten Kindern: "Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben, haben noch längst keine gleichwertigen Lebensverhältnisse wie andere Familien. Die Belastungen der Eltern sind ungleich größer, weil Betreuungs- und Unterstützungsangebote gerade für Kinder mit starken Beeinträchtigungen vielfach noch fehlen. Wie wollen Sie dies künftig ändern?" Umfangreich ist der Katalog auch beim Thema Kinderarmut. So sollten die Kandidaten drauf antworten, wie der Zugang zu frühkindlicher Bildung verbessert werden kann, wie die Qualität in Kitas und Schulen verbessert und Chancenungleichheit ausgeglichen werden kann und in welcher Form Alleinerziehende unterstützt werden können. Einzige Station auf der Tour ohne Politikerbesuch ist der IJB in Gießen. Geschäftsführer Rüdiger Harz-Bornwasser nutzt die Gelegenheit, über den Ausbildungsmarkt während Corona zu sprechen.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem umfangreichen Filmmaterial, in dem alle Kandidaten ausführlich zur Sozialpolitik Stellung nehmen. Die Videos stehen ab Montagmittag im Internet unter https://www.paritaet-hessen.org/kommunalwahl2021 zur Verfügung.

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