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Waldarbeiterhütte soll bald abgerissen werden

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Gießen (kg). Anträge lagen bei der Sitzung vom Ortsbeirat nicht vor, das Gremium hatte aber die Aufgabe, über die Aufstellung eines Bebauungsplanes »Stiegel« zu beraten. Dr. Holger Hölscher, Leiter des Stadtplanungsamtes, erläuterte Einzelheiten zu den Planungen. Zu Gast bei den Wieseckern war Bürgermeister Alexander Wright (Bündnis90/Die Grünen), um sich vorzustellen und Erläuterungen zu den Maßnahmen zu geben.

Einige Zuhörer nutzen seine Anwesenheit, um Fragen, die nicht Wieseck betreffen, zu stellen. Der Ortsvorsteher scherzte, dass er bei dieser Gelegenheit zum Beispiel von 1800 Arbeitsplätzen beim Logistikunternehmen Zalando erfahre. »Die Not, die die Wiesecker Bürger haben, bekommen wir zu spüren«, machte Ortsvorsteher Michael Oswald deutlich. Und meinte, die Ortsbeiräte würden »wie Stiefkinder« behandelt. Schließlich sei Wieseck mit 10 000 Einwohnern der größte Stadtteil und bedeutsam.

Ein Beispiel für die langsame Antragsbearbeitung hatte Oswald auch parat: Im Juni hatte der Ortsbeirat einen Dringlichkeitsantrag gestellt, »die Antwort kam im Dezember«, regte sich der Ortsvorsteher im Nachhinein auf. Er forderte, die Ortsbeiräte mehr einzubeziehen und zeigte sich dann doch versöhnlich: Er wisse ja, dass man doch gemeinsam vernünftige Konzepte entwickeln könne, schaute er in Richtung des Bürgermeisters. Der sprach von 100 Anträgen jährlich aus den Bürgervertretungen und bat um Verständnis zur manchmal längeren Bearbeitungsdauer.

Die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zur Mobilisierung von vorhandenem Baulandpotenzial durch Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Baurecht sowie zur Herstellung einer angemessenen Erschließung sowie Ver- und Entsorgungssituation sei geboten, heißt es in der Vorlage zur Aufstellung des Bebauungsplanes »Stiegel«. Anfragen zur Bebauung habe das Planungsamt abgelehnt, berichtete der Amtsleiter: Die Genehmigungsfähigkeit sei nicht gegeben. Betroffen sind einige Grundstücke im Wiesecker Ortskern im Bereich der Sackgasse Stiegel. Bei früheren Befragungen 2013 und 2018 hätten die Anwohner größtenteils kein Interesse an einer Bebauung gezeigt, deshalb wurde das Bebauungsplanverfahren zurückgestellt. Doch jetzt gibt es Bebauungswünsche einiger privater Eigentümer und deshalb ist ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Das Plangebiet umfasst 0,73 Hektar.

Ein Zuhörer, der sich als Sprecher für die Anwohner vorstellte, sprach von »Emotionen«, die das jetzt in Gang gesetzte Verfahren auslöse. Früher habe man das Gebiet als »grüne Lunge Wiesecks« bezeichnet. Er und einige Betroffene wenden sich gegen die Aufstellung des Planes. Amtsleiter Hölscher machte deutlich, dass andere an Baurecht interessiert sind. Wegen der Erschließungstiefen gebe es die einzige Möglichkeit, einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Stadt werde im Verfahren Meinungen einholen, nicht nur von den Anwohnern, sondern »von denen, die etwas dazu sagen wollen«, machte er deutlich. Die Einzelheiten, die von dem Sprecher genannt wurden, bezeichnete Hölscher als »drei Schritte voraus«. Bis es soweit ist, fließt noch einiges an Wasser die Wieseck hinunter: Genannt wurde das Jahr 2025. Der Ortsbeirat nahm die Vorlage des Magistrats zur Kenntnis.

Ende Oktober 2022 sollen im Dialog mit Jugendlichen und Anwohnern die Erfahrungen zur Überdachung Badenburger Hohl aus den Sommermonaten ausgewertet und über die Installation des Daches entschieden werden. Jugenddezernentin Gerda-Weigel Greilich reagierte damit auf die Nachfrage eines Wieseckers.

Die Stadt lehnt es auch in Absprache mit der zuständigen Oberen Naturschutzbehörde ab, die Waldarbeiterhütte - wie vom Ortsbeirat gewünscht - zu renovieren. Die Hütte soll sobald wie möglich abgerissen werden. Es sei hier mit vermehrtem Anfall von Totholzgefahren entlang der Wege und im Bereich der Hütte zu rechnen, teilt Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich dem Ortsbeirat mit. Auch deutliche Trocknisschäden seien zu erkennen.

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