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»Weil man uns die Zukunft klaut«

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Die Botschaft der Demonstranten ist deutlich: »Schnauze voll vom Autoland«. Foto: Rühlemann © Rühlemann

Beim Globalen Klimastreik von »Fridays for Future« gehen auch in Gießen wieder hunderte Menschen auf die Straße und fordern von den Regierungen entschlossenere Antworten auf die Klimakrise.

Gießen. Zum elften Mal gingen am Freitag hunderttausende Menschen in Deutschland und der ganzen Welt auf die Straße. Das Motto «PeopleNotProfit« - der Mensch, nicht der Profit - spornte auch in Gießen wiederum hunderte von Jugendlichen, Frauen und Männern an, sich der friedlichen »Fridays for Future«-Protestbewegung anzuschließen und von den Regierungen entschlossene Antworten auf die Klimakrise einzufordern. Die Teilnehmerzahl lag laut Polizei bei 600 bis 700.

»Wir sind hier, weil uns die Zeit davonrennt«, ertönte es vom Berliner Platz aus durch ein Megaphon, »heute verschaffen wir uns Gehör«. Sehr viele junge Leute liefen wieder mit, aber auch etliche Menschen mittleren und reiferen Alters taten ihren Unmut ob des aus ihrer Sicht zu zögerlichen Kampfes gegen den Klimawandel kund.

Anlässlich des Globalen Klimastreiktages rückte auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Justus-Liebig-Universität das Thema Klimakrise in den Mittelpunkt. Aus diesem Grund wurden Fachvorträge von Expertinnen und Experten organisiert.

»Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut«, machten die Demonstranten bei ihrem Marsch durch die Innenstadt immer wieder auf sich aufmerksam. In Redebeiträgen an verschiedenen Stationen wurde deutlich, worum es ihnen konkret ging: So forderten die Protestler, konsequent aus Kohle, Gas, Öl und Atomkraft auszusteigen und gleichzeitig auf umweltverträgliche erneuerbare Energien zu setzen. Dazu gehöre auch, die »Verkehrswende bis ins letzte Dorf« zu realisieren. Für Gießen mahnte die Bewegung an, einen günstigen und klimafreundlichen ÖPNV zu etablieren, die Fahrradinfrastruktur auszubauen, eine Machbarkeitsstudie für eine »RegioTram« durchzuführen und auf weitere Flächenversiegelungen zu verzichten. Mit Blick auf die Stadtwerke Gießen sprachen sie sich für die Abkehr von fossilen Energieträgern aus.

Inzwischen war die Geduld mancher Autofahrer aufgebraucht, Hupen und Beschimpfungen waren vereinzelt am Oswaldsgarten aus den Fahrzeugen zu hören, weil die Kreuzung einige Minuten für den Straßenverkehr lahmgelegt war. »Geht nach Hause, haut ab!«, rief der eine oder andere Kfz-Lenker. Die Demonstrierenden nahmen es gelassen.

Bäume erhalten

Am Schwanenteich angekommen, drängte Biologe Dietmar Jürgens von der Bürgerinitiative »Rettet die Bäume am Schwanenteich« darauf, bei der Sanierung des Dammweges eine Lösung zu finden, die den Erhalt von Bäumen und Sträuchern garantiert. »Denn das Fällen des Bestandes direkt am artenreichsten grünen Paradies des Schwanenteichs ist vermeidbar«, betonte der Naturschützer. Als kühlender Ort im Sommer und Frischluftreservoir sei die Vegetation am Damm unverzichtbar für die Menschen in der Stadt sowie die Tierwelt an diesem Standort.

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