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Welle um die Lahnwelle

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Surfer springen am Klinkel’schen Wehr, an dem die Welle entstehen soll, in die Fluten der Lahn. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Junge Union fordert mehr Geld im Haushalt 2022 für die Lahnwelle in Gießen. Die Koalition weist dies zurück.

Gießen (olz). Kleine Welle um die Lahnwelle: Dass die Regierungskoalition »nur« 10 000 Euro Planungskosten für das Projekt im Haushalt 2022 eingestellt hat, sorgt für scharfe Kritik der Jungen Union. »Dieser Betrag ist unehrlich gegenüber dem Projekt und zeigt die dahinterstehende Haltung der Koalition: Man will das Projekt eigentlich nicht. Um es aber nicht gänzlich abzuschreiben, stellt man symbolisch niemals ausreichende Planungskosten ein«, erklärt Vorsitzende Kathrin Schmidt. Die Koalition weist die Vorwürfe zurück.

Auf einer stehenden Welle in der Lahn surfen. Das ist die Idee des Projektes, zu dem der ehemalige Bürgermeister Peter Neidel eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht hatte. Ein Zwischenergebnis sei im September des vergangenen Jahres zu dem Ergebnis gekommen, dass das Projekt technisch realisierbar sei. Deshalb hätte die Junge Union bereits jetzt gern 500 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Zu früh, finden die Koalitionäre von Grünen, SPD und »Gießener Linke«. Man sei »derzeit noch ein gutes Stück entfernt davon, dieses Jahr schon die Lahnwelle zu bauen. Bis jetzt ist die finale Machbarkeitsstudie nicht öffentlich vorgestellt. Sollte die Studie zum Ergebnis kommen, dass eine Realisierung möglich ist, können die von uns eingesetzten 10.000 Euro zur Planung verwendet werden«, erläutert Melanie Tepe, Fraktionsvorsitzende der »Gießener Linken«. Zudem seien die Fragen nach Finanzierung und Kosten der Lahnwelle völlig offen und verschiedene Modelle denkbar. Einfach 500 000 Euro in den städtischen Haushalt zu stellen, sei daher unseriös. Die Grün-Rot-Rote Koalition weise die Vorwürfe des Stadtverbands der Jungen Union deshalb zurück. Zudem hebt Alexander Wright, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die »enge und konstruktive Zusammenarbeit« mit den Initiatoren der Lahnwelle hervor.

»Große Chancen für die Stadt«

Aus Sicht der Koalition biete das Projekt große Chancen für die Stadt, formulieren die Koalitionsfraktionen in einer Mitteilung. Auch der Jungen Union müsse jedoch bekannt sein, dass derartige Projekte einen gewissen Planungsvorlauf hätten. »Wir sind uns der Chancen aber auch der Komplexität des Vorhabens bewusst und tragen die Idee einer Surfwelle für Gießen. Wir stehen zu dem Vorhaben und werden und weiterhin für eine aktive und wohlwollende Begleitung einsetzen.« schließt Christopher Nübel, Fraktionsvorsitzender der SPD, ab. »Mit der Realisierung des Projekts wäre Gießen um eine Attraktion reicher, die mit einer großen Strahlkraft für Gießen einhergehen würde und Zuspruch nicht nur bei Jugendlichen und Heranwachsenden, sondern auch bei den Gießener Wassersportklubs, findet«, meint auch Pressesprecher Maximilian Roth von der Jungen Union. Über eine mögliche Beteiligung der Stadtwerke könne unter Umständen gar eine Gewinnung von Strom möglich sein, was auch unter Umweltgesichtspunkten in jeder Hinsicht für das Projekt spreche. »Die Junge Union wird dieses Projekt weiterhin eng begleiten und sich dafür einsetzen, dass es realisiert werden kann«, resümiert Stadtverordnete Schmidt.

»Politisches Kapital schlagen«

Das Vorgehen der Jungen Union bewerten die Koalitionäre als Versuch, »politisches Kapital« zu schlagen, ohne sich mit den Verantwortlichen der Lahnwelle zusammenzusetzen. »Lassen Sie uns bitte wieder auf die Sachebene zurückkommen und nicht auf dem Rücken von engagierten Bürgern und mit einer sehr guten Idee politische Scharmützel austragen.« so die drei Fraktionsvorsitzenden .

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