Wenige Wünsche offen geblieben

Dass Politikerinnen und Politiker mit dem Fahrrad oder auch mal zu Fuß zu einem offiziellen Termin kommen, ist heute gar nicht mehr so ungewöhnlich. Aber oft habe ich den Eindruck, dass sie dabei nur einer Mode folgen. Bei Gießens Oberbürgermeisterin ist das anders. Bei ihr hat das etwas Selbstverständliches und zeigt, dass sie die Nähe zu den Menschen sucht.

Was ich bei Dietlind Grabe-Bolz als Leitgedanken ihrer Amtszeit erkenne, ist die Arbeit an einer sozialen, menschenverträglichen Stadt, die auch für diejenigen da ist, die sich nicht immer selbst helfen können. Vergessen darf man nicht, dass Gießen seit ihrem Amtsantritt von 75 000 auf 90 000 Einwohnerinnen und Einwohner, also um 20 Prozent, gewachsen ist. Das ohne größere Verwerfungen hinzubekommen, ist keine Selbstverständlichkeit. Persönlich habe ich Dietlind Grabe-Bolz als faire Gesprächspartnerin erlebt, die zuhört und auf die man sich verlassen kann. Sie hat immer den Weg in die Kongresshalle gefunden, um die Erstsemester der THM zu begrüßen. Was die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Hochschule angeht, sind in den vergangenen gut zehn Jahren wenige Wünsche offen geblieben. Besonders geholfen hat uns die oft unbürokratische Unterstützung bei unseren Neubauprojekten. Dietlind Grabe Bolz hat gleich zu Beginn ihrer Amtszeit klargemacht, was die THM für sie ist: »eine Hochschule mitten in unserer Stadtgesellschaft«. So hat sie uns auch behandelt.

Prof. Matthias Willems Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen

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