Wenn das Greifen schmerzt

Gießen (red). Schmerzen im Daumen, verminderte Kraft beim Greifen, Einschränkungen in der Bewegung: Die Rhizarthrose - degenerative Veränderungen des Daumensattelgelenkes - kennen viele ältere Menschen. Mit der Rhizarthrose beschäftigt sich die digitale Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Monat Dezember.

Dr. Christoph Schäfer, Leiter der Sektion Handchirurgie am UKGM Gießen, beschreibt in seinem Vortrag Ursachen, Folgen, Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung, die typischerweise ab dem 50. Lebensjahr auftritt und zehnmal mehr Frauen als Männer betrifft.

»Allein in Deutschland kommt es wegen dieser Verschleisserkrankung zu rund 10 000 Krankenhausbehandlungen pro Jahr,« erläutert der Experte.

Hausfrauenarthrose

Begünstigend wirkten Rotationsbewegungen im Daumensattelgelenk, wie sie bei feineren Arbeiten mit der Hand ausgeführt werden - weshalb die Erkrankung im Volksmund auch unter »Hausfrauenarthrose« bekannt gewesen sei. Schwere körperliche Arbeit sei kein Risikofaktor im Hinblick auf degenerative Veränderungen des Daumensattelgelenks. Schäfer ist Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am UKGM in Gießen und leitet sowohl die Sektion Kindertraumatologie als auch die Sektion Hand- und Ellenbogenchirurgie. Der gebürtiger Freiburger lebt seit Beginn seines Medizinstudiums in Gießen. Nachdem er sich im Rahmen seiner Dissertation zunächst mit Veränderungen der Lunge beschäftigte, gelten seine Hauptinteressen seit Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit der Unfallchirurgie und Orthopädie. Weit über die Universitätsstadt Gießen hinaus bekannt ist der Mediziner durch die Organisation und Leitung zahlreicher Workshops und Fortbildungskurse. In der Seniorenvorlesung vermittelt er mit eindrucksvollem Bildmaterial die Anatomie des Daumensattelgelenkes, zeigt, wie Rotationsbewegungen zu Belastungsspitzen des Gelenks und in der Folge zur Degeneration führen können. Er betont, dass die Behandlung zunächst konservativ erfolgt - durch den Einsatz entzündungshemmender Medikamente, mit Orthesen, in bestimmten Situationen durch Cortison-Injektionen ins Gelenk oder mittels der sogenannten Radiosynoviorthese. Bei dieser nuklearmedizinischen Gelenktherapie wird durch Injektion von Rhenium 186, einer radioaktiven Substanz, die Gelenkschleimhaut verödet. Die wichtigste konservative Behandlungsmethode ist jedoch die Ergotherapie unter Anleitung spezialisierter Physiotherapeutinnen oder -therapeuten.

Bei anhaltenden Beschwerden kommen operative Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. Wie eine Gelenkersatz-Operation abläuft, demonstriert Dr. Schäfer am Ende seines Vortrags.

Der aktuelle Beitrag ist - wie die vorhergehenden auch - abrufbar über www.med.uni-giessen/senioren.

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