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Wenn Elternpaare streiten

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Regisseur Matze Schmidt (Mitte) mit seinen beiden Schauspielern Dietrich Faber (rechts) und Nisse Kreysing. Foto: Schultz © Schultz

Die Schauspielkomödie »Gott des Gemetzels« feiert Premiere in der Marburger Waggonhalle. Wieder mit dabei: Dietrich Faber.

Marburg. Die Theaterproduktion in der Waggonhalle läuft gerade wieder auf Hochtouren. Nach einer erfolgreichen Spielzeit mit dem Top-Musical »Fast normal« ist man gerade bei den Proben zum nächsten Projekt, dem Schauspielbestseller »Gott des Gemetzels« der französischen Erfolgsschriftstellerin Yasmina Reza. Regie führt Intendant Matze Schmidt. Das Ensemble stellte die Inszenierung bei einem Pressegespräch vor, Premiere ist am 18. Mai.

Wie also wurde diese 40. Produktion der Waggonhalle ausgewählt? Nach dem »Liebhaber«, der jüngsten Schauspielproduktion mit Dietrich Faber, gab es die Überlegung, »welches Stück wir als nächstes machen wollten« sagt der Regisseur. Der vor allem als Kabarettist, Musiker und Buchautor bekannte Gießener ziegte sich zudem »schon immer vom Schauspiel begeistert«. So sei die Wahl auf Rezas Vorlage gekommen, die auch durch den 2011 auf die Kinoleinwand gekommenen Film von Roman Polanski mit Christoph Waltz in einer der Hauptrollen berühmt geworden ist. »Es ist ein sehr spannender Text und ein tolles Kammerspiel für die Schauspieler, es eskaliert von flauschig zum Horror«, beschreibt Schmidt den Inhalt.

Der Regisseur bringt dafür eine Menge Erfahrung mit. Er inszenierte etwa 30 der bisherigen 40 Produktionen für die Waggonhalle. Nun kommt also diese »Mutter aller Wohnzimmerschlachten« hinzu. Das Stück ist aber nicht etwa surreal, sondern aus dem Leben gegriffen: Zwei Kinder prügeln sich auf dem Schulhof, Stock trifft auf Schneidezahn. Wie gut, dass die aus dem bürgerlichen Milieu stammenden Eltern sich zusammenfinden, um die Angelegenheit in einer Atmosphäre von Toleranz und gegenseitigen Verständnis zu besprechen. Wer sich noch an Film oder Stück erinnert, muss schon bei dieser Ausgangslage kichern.

»Eigentlich hatten Magdalena Kaim (sie spielt Annette Reille) und ich das Stück schon ausgeschlossen, aber dann sagten wir uns einfach, dass es sehr gut ist und wir Lust darauf haben, es zu spielen.«

Kaim spielte neben Dietrich Faber im »Liebhaber« die weibliche Hauptrolle. Er spielt diesmal ihren Ehemann Alain Reille.

Das zweite Ehepaar bilden Ellen Stork (Véronique Houillé) und Nisse Kreysing (Michel Houillé). Stork ist ausgebildete Schauspielerin, kommt aus Halle und wirkte schon in diversen Produktionen am Theater Gegenstand mit. Für Regisseur Schmidt ist es ein » Vergnügen, mit ihr zu arbeiten.«. Der Vierte im Bunde, Nisse Kreysing, wwar schon als Gast in vielen Produktionen der Waggonhalle dabei, zudem im dem Theater neben dem Turm (TNT). Er wirkte mit in »Blackbird« und »Arsen und Spitzenhäubchen«.

Mit Bezug auf die Eskalation der Handlung inklusive Beschädigung der ehelichen Strukturen ist sich Schauspieler Kreysing sicher: »Zum Schluss des Stücks denkt sich jeder Single im Publikum, dass man es doch gar nicht so schlecht hat.«

»Der Gott des Gemetzels« feiert am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr Premiere in der Waggonhalle. Weitere Aufführungen am 19., 20. und 21. Mai. Tickets kosten 12 Euro.

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