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»Wer seinen Traum verfolgt, kann sich darin wiederfinden«

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Gießen. Produzent Marc Boutter und Regisseur Marco Eisenbarth erhielten auf der Seriale am Sonnntagabend den Preis für die beste Dokumentation, die zweite Staffel ihrer Serie: »Bastard2 Bad Company«. Die erste Staffel »Bastards« (auf der Seriale 2019 gezeigt) ist bereits in der hr-Mediathek zu sehen. im Interview mit dem Anzeiger sprechen sie über

Marco, du siehst ja selbst ein bisschen aus wie ein Wrestler, stämmig und breit…?

Eisenbarth: Ich war tatsächlich früher mal als Wrestler aktiv, aber nicht so professionell wie unsere Protagonisten.

Wie ist die Seriale hier in Gießen für euch gelaufen?

Eisenbarth: Das Schöne ist, dass wir die erste Staffel der Serie hier 2019 gezeigt haben, dafür etwas Aufmerksamkeit erhielten und dann auf einer Festivaltour unterwegs waren. So kam das alles für uns ins Rollen. Und so entstand die Idee für die zweite Staffel. Dass wir drei Jahre später das Festival mit unserer Serie eröffnen durften und auch noch den Award für die beste Dokumentation mit nach Hause nehmen können, ist besonders schön. Hier auf der Seriale fühlen wir uns wie zuhause.

Das Festival hat euch also motiviert, weiterzumachen?

Eisenbarth: Ja, und besonders Csongor Dobrotka gebührt Dank, weil er mich bei der Arbeit so sehr gepusht hat, weiter zu arbeiten, weil er manchmal sogar mehr an die Serie glaubte als ich. Und jetzt gab er uns diese Bühne, die Seriale zu eröffnen. Es ist der schönste Abschluss für diese zweite Staffel, den ich mir vorstellen kann.

Boutter: Wir hatten ja nach der ersten Staffel noch gar keinen Abnehmer und entschieden uns, auf eigenes Risiko weiterzumachen, weil die Protagonisten einen extremen Karrieresprung gemacht hatten. Dann kam der Hessische Rundfunk ins Spiel, und dadurch bekamen wir nochmal ganz andere Möglichkeiten, diese zweite Staffel umzusetzen. Zunächst waren wir sehr kritisch gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen. Wir dachen, die wollen das nur zur Schau stellen. Aber wir haben dort ganz tolles Feedback bekommen. Wir hatten unfassbares Glück, dass der hr so fest ans Projekt geglaubt hat.

Welche Rolle spielt der Vorwurf, Wrestling sei Fake? Es ist doch tatsächlich ein Showbusiness, und das Ziel ist ja nicht, dem anderen wehzutun wie etwa beim Boxen.

Eisenbarth: Wrestling wurde schon immer missverstanden. Heute macht keiner mehr ein Hehl daraus, dass es kein echter Wettkampf ist, den Zuschauern ist das bewusst. Es ist ein sehr körperintensives Schauspiel. Das ist genauso, wie wenn wir ins Kino gehen, nichts anderes.

Also auch nicht gefährlich?

Boutter: Durchaus, es ist ein Extremsport. Die Wrestler bewegen sich auf einem Level, wo es auch sehr gefährlich werden kann: die Sprünge, das Aufprallen auf der Matte sind echt, und es tut weh. Wir haben es selbst ausprobiert. Wenn du aus zwei Metern Höhe spektakulär auf die Matte krachst, merkst du das am nächsten Tag.

Welche Geschichte wollt ihr mit eurer Serie erzählen?

Eisenbarth: Es gibt Leute, die haben den scheinbar unerreichbaren Traum, vom Wrestling leben zu können, und das ist unfassbar schwer. Für uns als Filmemacher ist da eine Parallele drin: Jeder der seinen Traum verfolgt, kann sich darin wiederfinden. Was bist du bereit, für deinen Traum zu tun, von dem alle denken, du schafft es nicht?

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