1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Wie beeinflussen Emotionen die Schuppenflechte?

Erstellt: Aktualisiert:

gihoch_1604_Schuppenflec_4c
Eine Schuppenflechte zeigt sich oft durch rötliche, silbrig glänzende Hauterhebungen, zum Beispiel an der Hand. © Arno Burgi/dpa

Forscher der JLU Gießen suchen Teilnehmer für ihre Untersuchungen per Fragebogen und im Labor. Dieser Teilbereich ist bislang unerforscht. Man hofft, die Behandlung verbessern zu können.

Gießen (red/fod). Das geht ganz schön unter die Haut: So heißt es sprichwörtlich, wenn jemanden eine Sache wie ein Film oder ein Buch emotional stark berührt. Dass psychische Faktoren auch bei der Psoriasis bedeutsam sind, ist unbestritten. So ist bekannt, dass Schuppenflechte-Patienten häufiger Angst und Depressionen aufweisen als hautgesunde Personen. Zudem leiden Betroffene oft nicht nur an den körperlichen Symptomen, sondern auch unter ihrem äußeren Erscheinungsbild und den Reaktionen anderer darauf, was Stigmatisierungsgefühle hervorrufen kann. Ob bestimmte Emotionen mit den Symptomen der Schuppenflechte in Zusammenhang stehen, blieb bislang jedoch unerforscht. Dies wollen Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Psychosomatische Dermatologie des Instituts für Medizinische Psychologie und des Psychoneuroimmunologie-Labors der Justus-Liebig-Universität (JLU) im Rahmen einer Studie untersuchen. Dazu werden Teilnehmer, ob nun Patienten oder hautgesunde Personen, gesucht.

Fragen und Labor

Die Gießener konnten in ihren Vorgängerstudien vermehrt Zusammenhänge zwischen psychologischen Faktoren wie Stress, bestimmten Persönlichkeitsfaktoren, Aufmerksamkeit gegenüber der eigenen Person, Angst, Depression und der Schwere von Symptomen unterschiedlicher Hauterkrankungen zeigen. Auch dass sich psychologische Interventionen positiv auf den Hautzustand auswirken, war ein Ergebnis der eigenen Studien. Hingegen weitgehend unbeachtet blieb bislang die Bedeutsamkeit von Emotionen bei der Schwere von Schuppenflechte-Symptomen.

Die aktuelle Untersuchung möchte diese Lücke füllen, zunächst mithilfe einer Fragebogenstudie und später auch im Labor. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es möglich, an der Fragebogenstudie von zu Hause aus teilzunehmen. Das funktioniert so, dass interessierten Schuppenflechte-Patienten nach einem kurzen Telefongespräch ein Fragebogenset nach Hause geschickt wird, das sie anschließend ausgefüllt in einem frankierten Rückumschlag zurücksenden. Das Ausfüllen der Fragebögen dauert nicht länger als 30 Minuten und bringt neben neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen - die mittelfristig dazu beitragen können, die Behandlung durch gezielte multiprofessionelle Interventionen zu verbessern - auch eine Aufwandsentschädigung mit sich.

An der zweiten Studie können Patienten teilnehmen, die bereit sind, nach Gießen ins Labor zu kommen und die nötigen Eingangsvoraussetzungen erfüllen. Hier werden in einer circa dreistündigen Untersuchung mit einer Saugpumpe Blasen auf dem Unterarm hervorgerufen. In diesen sammelt sich Gewebsflüssigkeit, die dann auf bestimmte Botenstoffe untersucht wird.

Interessenten, die innerhalb der letzten sechs Monate Symptome der Schuppenflechte hatten, zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und die Forscher bei dieser Studie unterstützen möchten, können mit diesen Kontakt aufnehmen, entweder per E-Mail an Christina.Schut@mp.jlug.de oder telefonisch: 0641/9945682.

Auch interessant