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Windpark nimmt langsam Formen an

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Der Grundsatzbeschluss für die Entwicklung der 153 Hektar großen Fläche wurde im Gießener Parlament mit großer Mehrheit angenommen. Allerdings wurden auch Bedenken geäußert.

Gießen (fod). Als jüngst bekannt wurde, dass die Stadt Gießen zusammen mit den Gemeinden Fernwald und Buseck sechs bis sieben Windräder auf einer 153 Hektar großen Fläche im Fernewald - einem etwa in der Mitte zwischen Annerod, Steinbach und Oppenrod liegenden Wald - errichten möchte, sorgte das für einiges Aufsehen. Damit reagiert man auf die Energiengpässe, die sich durch den Ukraine-Krieg und die gegen Russland verhängten Sanktionen ergeben. Bezüglich der Organisation des Windparks gibt es jedoch unterschiedliche Ansichten, wie sich am Donnerstagabend im Stadtparlament zeigte. Die Magistratsvorlage mit dem Grundsatzbeschluss zur Entwicklung der Windvorrangfläche wurde von den Fraktionen aber mit großer Mehrheit angenommen. Einzig die AfD stimmte dagegen, FDP und FW enthielten sich.

Eine der ersten Fragen, die es zu klären gilt, ist die der Organisationsform. Soll man sich für ein Pachtmodell entscheiden, eine Beteiligungsgesellschaft oder doch etwas anderes? Schließlich möchten die Kommunen aus der Stromerzeugung auch zusätzliche Einnahmen generieren.

»Reges Interesse«

Wie Bürgermeister Alexander Wright (Grüne) berichtete, »gibt es ein reges Interesse. Heute erst ist eine neue Anfrage reingekommen«. Wichtig sei es, eine Lösung zu finden, mit der alle leben könnten. Das gelte für Buseck und Fernwald noch mehr als für Gießen, »denn dort haben sie die Windräder direkt vor der Haustür«, so Wright. Johannes Rippl (Gigg+Volt) forderte, »sicherzustellen, dass verschiedene Varianten der Monetarisierung diskutiert werden«. Und dann die zu wählen, von der alle gleichermaßen profitieren. »Nur so kann den Bedenken der Bürger Rechnung getragen werden«, sagte er.

Der Standort wird von Dr. Klaus Dieter Greilich (FDP) allerdings nicht als ideal angesehen. Im »Windschatten des Schiffenbergs« gelegen, sei dieser »eher ungünstig«, meinte er. Greilich macht zudem Sorgen, dass viel an Wald und damit Nistmöglichkeiten für Tiere verloren gehen. Laut Wright sollen »die Windräder so positioniert werden, dass wir nicht zu viel abholzen müssen«. Hierbei gelte es, bestehende Wege gut zu nutzen. Außerdem sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Seite 22

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