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»Winterpflege« für Haut und Seele

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Prof. Uwe Gieler © Red

Bei vielen Menschen mit chronischen Hauterkrankungen leidet auch die Psyche. Prof. Uwe Gieler von Vitos in Gießen gibt Tipps, damit sich Betroffene um beides besser kümmern können.

Gießen (red). Bei vielen Menschen mit chronischen Hauterkrankungen leidet auch die Psyche - ein Grund, warum die Vitos-Klinik für Psychosomatik Gießen einen Behandlungsschwerpunkt auf die Psychodermatologie gelegt hat. Im Winter ist sensible Haut zusätzlichen Stressfaktoren ausgesetzt und damit auch das psychische Empfinden. Warum es jetzt wichtig ist, sich um beides gut zu kümmern, erläutert Vitos-Klinikdirektor Prof. Uwe Gieler. Gieler ist zudem Facharzt für Dermatologie und Allergologie sowie auch für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Wie sehr beeinflussen sich Haut und Psyche gegenseitig?

Untersuchungen belegen, dass jeder vierte bis fünfte Mensch mit einer chronischen Hauterkrankung auch eine psychische Begleiterkrankung entwickelt. Das hat vielfältige Gründe. Betroffene fühlen sich zum Beispiel häufig wegen ihrer Hautveränderungen ausgegrenzt oder stigmatisiert, entwickeln Ängste oder starke Schamgefühle. Solche negativen Emotionen und andere psychische Belastungen wirken sich wiederum negativ auf die Haut aus.

Welche besonderen »Stressfaktoren« gibt es im Winter für Haut und Psyche?

Bei den meisten chronischen Hauterkrankungen von Neurodermitis bis Schuppenflechte, Akne und Weißfleckenkrankheit leidet die Haut in den Wintermonaten verstärkt unter der trockenen Luft und Klimaveränderungen. Sie muss dann vermehrt Hautfette produzieren. Verstärkt wird das durch die Gewohnheit vieler Menschen, täglich zu duschen. Hinzu kommt die Wärme in Gebäuden: Wir halten uns im Winter mehr in geschlossenen Räumen auf, was die Haut ebenfalls irritiert. Da es länger dunkel ist, leidet außerdem der Vitamin-D Stoffwechsel etwas mehr, während die Sonnenschäden bekanntlich abnehmen. Durch die genannten Faktoren wird die Haut leicht trockener. Ein schon latent vorhandener Juckreiz verstärkt sich dadurch - oft noch angefacht durch irritierende Kleidungsstoffe wie Wolle, schlechte Baumwolle oder Synthetik. Ein verstärkter Juckreiz und das damit verbundene unwohle Gefühl in der Haut können wiederum zu einer Verschlechterung der psychischen Befindlichkeit führen - bis hin zu depressiven Symptomen.

Was bedeutet das für Menschen mit Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis), Rosacea und Co.? Was können sie tun?

Für die Betroffenen heißt es, sich auf die neue Situation umzustellen und zum Beispiel eher zu baden als zu duschen, wenn es möglich ist. Auch die Rückfettung mit Badeöl nach dem Duschen ist hilfreich, außerdem die Umstellung auf Salben, die fettiger sind als Lotionen oder austrocknende Cremes. Tägliches Duschen ist für eine trockene Haut nicht zu empfehlen! Die Pflege der Haut wird im Winter wichtiger als im Sommer. Gleichzeitig spielen Bewegung und Tageslicht für die Psyche eine große Rolle. Draußen aktiv zu sein ist jetzt besonders wichtig, um eine vielleicht latente Depression zu vermeiden.

Wann ist eine psychosomatische Therapie sinnvoll?

Immer dann, wenn deutlich wird, dass persönliche oder psychische Risikofaktoren den Hautzustand verschlechtern. Sie ist auch hilfreich, wenn schon längere Zeit psychische Probleme bestehen und die Betroffenen den Eindruck haben, dass diese sich auf die Haut auswirken. Bei einer psychosomatischen Therapie wird grundsätzlich sowohl auf die körperliche Behandlung - in diesem Fall auf eine optimierte Hautpflege -, als auch auf die psychische Stabilisierung geachtet.

Kontakt: Fragen zur psychosomatischen Behandlung und zu Behandlungsplätzen beantwortet der Vitos Aufnahmeservice Psychosomatik unter 0800 848 6700 oder per Mail an kontakt@vitos-psychosomatik.de. Foto: Vitos

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Bei vielen dermatologischen Erkrankungen leidet die Seele mit. Gerade im Winter bedarf es daher besonderer Pflege. Symbolfoto: Lenicura Gmbh/dpa © Red

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