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»Wir haben nur diese eine Welt«

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Von: Klaus Frahm

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Mahnend und unterhaltsam zugleich: Der Chor »Klangfarben« bei seinem Auftritt in St. Thomas Morus. Foto: Frahm © Frahm

Gießen (kjf). »The earth is our mother - we must take care of her...«, zu Deutsch: »Die Erde ist unsere Mutter - wir müssen auf sie achten« heißt es in einem traditionellen Lied des amerikanischen Hopi-Volkes. Für das neue Programm des Gießener Chors »Klangfarben« war diese alte Mahnung an die Menschheit Leitmotiv und ein zentrales Lied in dem facettenreichen Konzert.

Die Kulturkirche St. Thomas Morus in der Grünberger Straße bot den würdigen Rahmen für die ernste und dabei doch unterhaltsame Darbietung.

300 Besucher waren der Einladung des Chors gefolgt und erlebten in der doch recht kühlen Kirche die gewohnte Brillanz dieses außergewöhnlichen Chors unter der Leitung von Jean Kleeb.

Es waren die aktuellen Krisen, in denen die Menschheit aktuell steckt, die bei der Auswahl des dargebotenen Liedguts die Hauptrolle spielten. Der Ukraine-Krieg, der die Fragilität eines friedlichen Zusammenlebens in dieser Vielvölkerwelt zeigt, eine Orgie unfassbarer Gewalt und Schmerz vor unserer Haustür.

Dazu ging es auch um die Klimakrise, die die Menschheit mit ihrer unersättlichen Gier verursacht hat und die diese, unsere einzige Welt bedroht. Die Bewahrung dieses wunderbaren Schatzes und die Suche nach einem Leben in Frieden und Gemeinschaft ist die gemeinsame Verantwortung der Menschen, denn auf dieser Erde sind wir alle aufeinander angewiesen, so der Chor Klangfarben.

Zu hören waren Werke von Vytautas Miskinis, Maurice Duruflé, Albert de Klerk, Frank Ticheli, Craig Courtney, Wolfram Buchenberg, Jean Kleeb, Toby Hession, Oliver Gies und anderen. Die Komponisten stammen aus Deutschland, Frankreich, England, Litauen, Brasilien, USA, Indien, Afrika und den Niederlanden. In den Chorstücken schwang die Wertschätzung und die Sorge um diesen kostbaren und einzigartigen Planeten mit, auf dem wir leben, und das Bewusstsein über die Zerbrechlichkeit der uns umgebenden Natur. Zu den anspruchsvollen Chorliedern gab es mit dem Gitarrenvirtuosen Joachim Ringsdorf auch hinreißende Intermezzi mit lateinarmerikanischen Klängen. Mit einer modernen musikalischen Umsetzung von Buchenberg und Gies erklang zum Abschluss das bekannte Volkslied »Kein schöner Land in dieser Zeit«.

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