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»Wir halten an der zweiten Sporthalle fest«

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Gießen (olz). Als die Umschichtung von Mitteln aus der »Hessenkasse« auf der Tagesordnung des Hauptausschusses steht, finden vor allem Teile der Opposition deutliche Worte. Ein Stein des Anstoßes: Der Bau einer Ein-Feld-Sporthalle für das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium soll nicht mehr gefördert werden. »Es ist sehr bedenklich, dass der Sport hinten runter fällt«, monierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dominik Erb.

»Wir halten an der zweiten Sporthalle fest. Das ist mit der Schule verabredet und steht nicht zur Disposition«, entgegnete Astrid Eibelshäuser von der SPD. Die Planungen für die Halle liefen und man habe bereits Beauftragungen vorgenommen, erläuterte die Schuldezernentin. Die Pläne würden weiter verfolgt, wenn auch eben nicht mehr mit Mitteln des Landesförderprogramms »Hessenkasse«.

CDU gegen die Umschichtungen

Die CDU ließ sich davon augenscheinlich nicht überzeugen. »Die Elternschaft rechnet fest damit, dass die Halle kommt«, argumentierte Fraktionsvorsitzender Klaus Peter Möller. Die CDU lehne deshalb die Umschichtungen ab. Das maßgebliche Votum der Stadtverordneten zu den Veränderungen, die der Magistrat mit dem Ablauf von Fristen für die ursprünglichen Projekte begründet, steht noch aus. In der ursprünglichen Meldung der geplanten Halle für die »Hessenkasse« im Jahr 2019 heißt es, dass man mit dem Bau der Sporthallenkapazität des LLG gerecht werden wolle. »Die Schule benötigt diese Kapazitätserweiterung dringend, da momentan ein Teil des Sportunterrichts permanent draußen abgehalten wird, sowohl im Sommer als auch im Winter«, geht aus der Beschreibung der Maßnahme hervor. Die ebenfalls genutzten Ausweichturnhallen von zwei Grundschulen ließen aufgrund ihrer kleineren Größe keinen Sportunterricht nach gymnasialem Lehrplan zu. »Diese Situation ist nicht länger hinnehmbar und nur über die Ergänzung durch eine zusätzliche Sporthalle direkt neben der bestehenden Halle A zu lösen.« Da das LLG über keine größere Aula verfüge, werde die Halle über den Sportunterricht hinaus auch als Veranstaltungsort für Großveranstaltungen genutzt.

Verlust der Förderung droht

Regelmäßig gebe es davon einige pro Jahr, die den umfangreichen Schwerpunkt »Kulturelle Bildung« des LLG mit abbildeten. Die Kosten für die Halle sind in der Maßnahmenbeschreibung für die »Hessenkasse« mit drei Millionen Euro angegeben. Der Beginn der Maßnahme ist dort für den März des vergangenen Jahres terminiert. Dass einzelne Projekte aus der »Hessenkasse« genommen werden sollen, begründet der Magistrat in seiner Vorlage: »Aus unterschiedlichen Gründen hat sich die Durchführung der Maßnahmen verzögert, sodass ihre Fertigstellung bis zum Ende des Förderzeitraums (Abnahme spätestens bis) 31. Dezember 2024 nicht erfolgen kann. Wenn die Fertigstellung innerhalb des Förderzeitraums aus heutiger Sicht nicht sicher gewährleistet ist und die entsprechende Fertigstellungsfrist überschritten wird, kann dies zu einem vollständigen Entfall der Förderfähigkeit der Maßnahme führen.« Neben der LLG-Turnhalle sind davon auch der Neubau des Verwaltungsgebäudes auf dem Friedhof Rodtberg und die Revisionsverschlüsse des Klinkel’schen Wehrs betroffen.

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