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»Wir setzen die Digitalisierung um«

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Von: Ingo Berghöfer

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»Unsere Auftragsbücher sind voll, dennoch ist das Interesse für unseren Beruf leider nicht allzu ausgeprägt«, meint Innungsobermeister Reiner Hühne. Dabei würden Mitarbeiter gebraucht, die mindestens die mittlere Reife, besser noch Abitur, in jedem Fall aber Verstand hätten. Den Anteil der offenen Ausbildungsstellen in den Innungsbetrieben im Landkreis schätzt er auf rund zehn bis 15 Prozent.

Und das sei zu viel. »Jeder redet von Digitalisierung, aber keiner macht sie, und deshalb kommen wir nicht voran, egal wie viele Prozesse wir da noch optimieren«, sagt Hühne mit einer Portion Frust in der Stimme. Die Not in der Branche sei so groß, dass man bereits geplant habe, eine Arbeitsagentur für ausländische Fachkräfte zu gründen - in der Ukraine. »Und dann begann der Krieg.«

Wie viele Kollegen in anderen Innungen wünscht sich der Innungsobermeister mehr Unterstützung vom Staat, etwa bei der Finanzierung der Ausbildung. Die sei so teuer, dass sie mittlerweile nur noch in großen Unternehmen seiner Branche stattfinde. »Die kleinen Betriebe fallen hinten runter.« Die Politik sei da in der Pflicht, »sonst schaffen wir die Energiewende nicht«.

Mittelfristig rechnet Hühne mit einer Stagnation der Auftragslage auf gleichwohl hohem Niveau. Material- und Rohstoffkosten würden weiter steigen und die Zinsen für Baugeld anziehen. »Aber für Elektriker bleibt auch dann noch genug zu tun.« (ib)

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