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»Wir sind relativ weit«

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Die Vorbereitungen für den Verkehrsversuch schreiten voran. Derzeit läuft die Markierungsplanung, sagt Bürgermeister Alexander Wright.

Gießen. Im Juni 2023 soll der Verkehrsversuch auf dem Anlagenring starten. Und die Vorbereitungen sind in vollem Gange, wie Bürgermeister Alexander Wright im Interview erläutert. Aktuell laufen die Markierungsplanung und die Planungen für Verkehrsschilder und Lichtsignalanlagen. »Wir sind etwas schneller als gedacht«, sagt der Verkehrsdezernent der Grünen.

Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen des Verkehrsversuchs?

Momentan entwickeln wir mit einem Ingenieurbüro die Markierungsplanung für die Knoten. Wir sind relativ weit und etwas schneller als gedacht. Allerdings kommen danach noch die Markierungsplanung für die freien Stellen und die Planung von Beschilderung und Lichtsignalanlagen. Das läuft parallel.

Wie lange wird die Umsetzung dauern?

Das geht relativ schnell und ist für Frühjahr/Frühsommer geplant. Unser Ziel ist es, mit dem Versuch Anfang Juni zu beginnen.

Wie werden Besucher von außerhalb zu den Parkhäusern geführt?

Das machen wir mit einem Parkleitsystem mit Schildern. Langfristig werden wir das digitalisieren.

Werden die Zufahrten zu den Parkhäusern während des Verkehrsversuchs in beiden Fahrtrichtungen möglich sein?

Zum Teil. Das Neustädter Tor kann man zum Beispiel auch über die Sachsenhäuser Brücke anfahren. Beim Selterstor wird das genau so sein, dass man es von der Frankfurter Straße aus ansteuern kann. Das sind kurze Strecken. Was aber beispielsweise nicht funktioniert, ist, von der Frankfurter Straße zum Neustädter Tor zu fahren.

Werden Umsätze des Einzelhandels oder Frequenzen während des Gesprächs gemessen?

Wir sind mit verschiedenen Akteuren im Austausch und sind offen, stehen dabei aber erst am Anfang.

Gibt es parallel zum Versuch Pläne, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern?

Ja, parallel wird an einem Masterplan für die Innenstadt gearbeitet. Wir schauen schon, wie wir den Einzelhandel und die Innenstadt mit Konzepten entwickeln können. Da wir zudem mehr Platz auf der Straße schaffen, haben wir Möglichkeiten, zu gestalten. Wir sehen das am Anlagenring. Wir werden Flächen haben, die wir gestalten können, auch wenn es zum Beispiel nur um Entsiegelung ginge. Ende des Jahres wollen wir mit dem Brandplatz beginnen.

Was steht dort an?

Dort wollen wir auch nach verschiedenen Konzepten schauen. Natürlich werden wir zunächst analysieren, welche Bedarfe es dort überhaupt gibt.

Hat das Thema Aufenthaltsqualität weitere Aspekte?

Ja. Wir merken, dass der Parksuchverkehr als enorm störend wahrgenommen wird. Unter anderem in der Neuen Bäue hört man oft diese Beschwerde. Das wollen wir angehen. Wir werden beispielsweise den Zugang zum Brandplatz über die Neue Bäue sperren. An der Walltorstraße nehmen wir auch eine Veränderung vor, dass man nicht mehr an den Landgraf-Philipp-Platz kommt.

Gibt es flankierende Pläne, Autos gleich aus der Stadt rauszuhalten, etwa durch Park&Ride?

Ich sehe nicht, dass wir in der Größe unserer Stadt wirklich attraktive Plätze schaffen. Wir probieren das an der Philosophenhöhe. Aber wer 40 Minuten hierher fährt, steigt nicht die letzten drei Minuten in den Bus, möglicherweise mit einer Wartezeit von 15 Minuten. Wichtiger ist es, mit der Region ins Gespräch zu kommen.

Wie läuft das konkret?

Es gibt zum Beispiel einen Arbeitskreis für die Vogelsbergbahn für die Anrainerkommunen. Das hat Potenzial, das aber auch schon gut ausgebaut ist. Zum Beispiel in Reiskirchen oder Grünberg, wo die Leute ihre Pkws parken und nach Gießen fahren. Das sehen wir auch in Weilburg. Davon verspreche ich mir langfristig mehr. Ein kleines Park&Ride planen wir am Messeplatz in der Ringallee.

In welcher Form?

Das Freibad und der Platz sind eigentlich gar nicht an den ÖPNV angebunden. Mit dem Nahverkehrsplan wollen wir eine Lösung vorstellen für eine Anbindung an den Berliner Platz und Marktplatz. Das soll mit einer relativ engen Taktung geschehen.

Werden Verkehrsversuch und Nahverkehrsplan abgestimmt?

Ja, der Versuch wird mit dem Verkehrsentwicklungsplan gedacht. Der Verkehrsversuch hat aber keinen großen Einfluss auf den ÖPNV. »Seite 20

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