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»Wir trauen uns, mutig zu sein«

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Intendantin Simone Sterr begrüßte die Belegschaft des Stadttheaters im umgestalteten Zuschauerraum. Foto: Friese © Friese

Gießen (red). Es geht los im Stadttheater Gießen: Am 1. September begann offiziell die Spielzeit 2022/2023, die erste unter der Leitung von Simone Sterr.

Die neue Intendantin begrüßte die Mitarbeiter im Großen Haus, darunter viele neue Gesichter, die vor und hinter den Kulissen für einen kompletten Neubeginn sorgen werden. Ein neuer Blick auf Zuschauerraum und Bühne eröffnete sich dabei für die rund 250 Angestellten, denn für die Eröffnungsproduktion »Posthuman Journey« (Uraufführung am 30. September) wird die Grenze zwischen Bühne und Publikum auch räumlich aufgehoben. Die Inszenierung von Thomas Krupa werde »das Theater in einen multimedialen Erlebnisraum verwandeln, in dem alle Sparten gemeinsam ein dystopisches Roadmovie erzählen und die Bedingungen für eine freie Gesellschaft verhandeln«, kündigt das Theater an.

»Posthuman Journey« ist der Auftakt eines zeitgenössischen Spielplans, in dem sich die einzelnen Sparten immer wieder verbinden und »auch ganz neue Publikumsschichten in den Blick« genommen werden sollen. »Es ist ein Drahtseilakt, den wir vorhaben«, erklärte Simone Sterr vor der versammelten Belegschaft, »wir trauen uns mutig zu sein und natürlich hoffen wir, dass wir nicht abstürzen, sondern dass uns in luftiger Höhe vieles gelingt.«

Für sie könne das Theater »ein Frühwarnsystem sein, für Prozesse, die unsere Demokratie porös machen, es kann erinnern, wach machen, Fragen stellen. Und es kann Geschichten erzählen.« Ein erster Aufschlag und Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen wird das Theaterfest am Samstag, dem 10. September, ab 14 Uhr: Vom Keller bis zum Dachgiebel, vom Theaterpark bis zum Berliner Platz steppt der Bär und tobt die Hütte, singt der Chor, spielt das Orchester, proben Kinder den Aufstand, führen die Akteur:innen der Spielzeit tagsüber durchs Haus und abends durch den Spielplan. Und alle dürfen mittanzen, mitreden, mitdenken, mitmischen, mitsingen, mitdirigieren. »Das Theaterfest ist eine große und fröhliche Einladung an alle Menschen dieser Stadt«, so Sterr.

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