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»Wir wollen Flair schaffen«

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Die Visualisierung des »Leben«-Hofes verdeutlicht, dass im Quartier viel Aufenthaltsqualität vorgesehen ist. 2024 soll es fertig sein. © Snøhetta

Noch in diesem Jahr soll die Neubebauung des Heyligenstaedt-Areals in Gießen beginnen. Geplant ist ein grünes Quartier.

Gießen. Grün soll es werden. Atmosphärisch. Energieeffizient. Und die Vorbereitungen für die Neubebauung des Heyligenstaedt-Areals sind weit fortgeschritten. »Wir haben mit der Arbeit von Snøhetta, Sieger des Architektenwettbewerbs, weiter geplant und in etwa das Konzept umgesetzt. Den Bauantrag haben wir im Januar eingereicht«, sagt Dr. Wolfgang Lust. Baubeginn für das Quartier ist bereits in diesem Jahr. »2024 wollen wir fertig sein«, erklärt der Geschäftsführer der »LBI Holding«.

Zwischen 14 000 und 15 000 Quadratmeter Fläche entstehen für ein Ärztehaus, Büros und die Erweiterung des Hotels »Heyligenstaedt« um 80 Betten. Mit den vorgesehenen unterirdischen Stellplätzen in einer Tiefgarage sind es 21 000 Quadratmeter. Sieben Wohnungen sind geplant, ein Schwimmbad mit 50 Meter langer Bahn und ein Bereich für den Mittagstisch von »Heyligenstaedt«. Diese nüchternen Fakten beschreiben das Projekt allerdings nur zum Teil.

Quartier mit viel Bepflanzung

Das zeigt schon ein Blick auf die Visualisierung des »Leben«-Hofes des Wettbewerbssiegers, der seinen Entwurf nach vier Höfen gegliedert hat. Das strukturierte Areal hat Campuscharakter und wird flankiert von einer eher filigran anmutenden Bebauung. Zahlreiche Plätze auf dem Gelände, das etwa auch mit Bänken ausgestattet wird, laden zum Verweilen ein. »Wir haben die Außengestaltung im Blick und wollen Flair schaffen«, erklärt Lust. Es soll ein Quartier mit viel Bepflanzung und hoher Aufenthaltsqualität entstehen - der Projektentwickler spricht von der Qualität eines Wohnquartiers in einem überwiegend gewerblich genutzten Bereich. »Das Bürogebäude wird mit Außenterrassen ausgestattet«, berichtet Lust, der auf die geplante umfangreiche Dachbegrünung und einen vorgesehenen Dachgarten hinweist. Zudem sollen auch Fassaden bewachsen, was im Sommer für Kühle in den Gebäuden sorge.

Die Häuser würden architektonisch sehr ansprechend und in zahlreichen Abschnitten in Holzbauweise errichtet. Energetisch setze man in dem Quartier zur Erzeugung von Wärme und Kälte auf Geothermie und zu 100 Prozent auf regenerative Energien. »Den Strom für die Pumpen erzeugen wir mit Photovoltaik. Im Sommer decken wir den Strombedarf zu 100 Prozent, im Winter für die Wärme zu 50 Prozent. Damit ist das Quartier fast autark«, hebt der Geschäftsführer hervor. Sekundär sei für den Bereich, der mit Batteriespeicher sogar autark werden könnte, auch ein Gasanschluss vorgesehen.

Yogazentrum und Fitnessräume

»Meine Vision ist darüber hinaus ein Schwimmbad mit 50 Meter langer Bahn für das Schulschwimmen. Das Bad soll man mieten können, so dass es auch Vereinen wie der DLRG zur Verfügung stehen würde«, erläutert der Entwickler. Unterschiedliche Wassertiefen ermöglichten verschiedene Veranstaltungsformate wie etwa Kurse für Babys. Lust: »Auch hier setzen wir energetisch auf die neueste Technologie. Allerdings steht noch nicht zu 100 Prozent fest, ob wir das Bad bauen.« Es gehe allerdings nicht darum, mit der Einrichtung Geld zu verdienen. Seine Sorge sei vielmehr, dass Kinder die Gelegenheit hätten, Schwimmen zu lernen. »Zudem sollen auch die Leute, die künftig hier arbeiten, Sport treiben können. Vorgesehen sind auch ein Yogazentrum, Physio und Fitnessräume«, so der Geschäftsführer.

Ein weiterer Ansatz für das Quartier: Die neuen Räume sollen maximal genutzt werden. »Wir wollen sie so auslasten, dass sie praktisch immer in Benutzung sind. Das gilt gerade auch für Besprechungszimmer, vielleicht sogar mit Ausstattung.« Die Idee sei, etwa Mietern, die zeitweilig mehr Platz benötigten, diesen temporär zur Verfügung zu stellen. Das mache es auch kleinen Unternehmen räumlich möglich, zu wachsen, aber auch wieder zu schrumpfen. »Das ist ein ökologischer Ansatz, denn es gibt keine Flächen, die leerstehen«, betont Lust, der auch einen Coworking-Space vorgesehen hat.

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