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Wo das Boomen nicht aufhört

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Gießen . Das im Oktober 1970 beschlossene Hessische Fachhochschulgesetz machte den Weg frei: Mit ein wenig Verzögerung, wie das bei Gesetzesumsetzungen nun einmal nicht ungewöhnlich ist, erfolgte am 1. August 1971 der Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschulen Gießen und Friedberg sowie des Pädagogischen Fachinstituts Fulda zur Fachhochschule (FH) Gießen.

Doch bereits 1974 machte sich Fulda als FH selbstständig. Die Umbenennung zur Fachhochschule Gießen-Friedberg erfolgte allerdings erst 1978, ein Name, der bis 2011 Bestand haben sollte. So mancher Gießener dürfte diesen aus langer Gewohnheit auch heute noch verwenden. Vor elf Jahren jedoch entschied man sich erneut für eine Umbenennung, zur Technischen Hochschule Mittelhessen. Beim Festakt 2011 betonte der damalige Präsident Prof. Günther Grabatin, dass der neue Name das Ergebnis einer Leistungssteigerung in Lehre, Forschung und Weiterbildung sei.

Das Kürzel THM prangt seitdem als markantes grünes Logo nicht nur an den Hochschulgebäuden, sondern auch auf unzähligen T-Shirts, die des Öfteren auf Gießener Straßen zu sehen sind. Aber nicht nur hier, denn die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (»University of Applied Sciences«, wie es im Englischen heißt) ist längst weit über ihre früheren Grenzen hinausgewachsen. Heute verfügt die THM über Standorte in Gießen, Friedberg und Wetzlar sowie sechs Außenstellen. Mit »StudiumPlus«, das seinen Sitz in Wetzlar hat, gab man auch den dualen Studiengängen eine Heimat. Alle Standorte und Außenstellen zusammengerechnet, sind derzeit knapp 18 000 junge Menschen als Studierende an der THM eingeschrieben.

Die Studierendenzahlen haben sich seit den 1970er Jahren stetig nach oben entwickelt. Waren es bei der Fachhochschulgründung 1971 noch rund 2000 Immatrikulierte, betrug die Zahl 1992 schon fast 9400. Doch erst 2008 knackte man erstmals die 10 000er-Grenze. Danach nahm der Zuwachs wieder mehr Fahrt auf. Was sich auch bei der Zahl der Neuimmatrikulierten zeigte, so beispielsweise im Wintersemester 2016/17, als sich gleich knapp 4200 junge Leute auf einmal für ein Studium an der THM entschieden. Die Auswahl an Bachelor- und Masterstudiengängen in den zwölf Fachbereichen, zu denen noch die Fächer im Zentrum Duales Hochschulstudium hinzukommen, dürfte kaum Berufswünsche offenlassen. Das reicht von Bauwesen und Elektrotechnik über Gesundheitswesen und Informatik bis hin zu Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen, um nur ein paar zu nennen. Seit 2021 ist es zudem möglich, seinen »Dr. Ing.« am Promotionszentrum für Ingenieurwissenschaften zu machen. Eine Einrichtung des Forschungscampus Mittelhessen, den die THM im Jahr 2016 gemeinsam mit Justus-Liebig-Universität Gießen und Philipps-Universität Marburg aus der Taufe gehoben hat.

Dass die Technische Hochschule boomt, zeigt sich auch an der nicht nachlassenden Bautätigkeit. Mit Fördermittteln in mittlerweile dreistelliger Millionenhöhe sind Neubauten unter anderem in Wiesenstraße, Eichgärtenallee und Gutfleischstraße entstanden.

Nur zu gerne hätte die THM das Jubiläum von 50 Jahren 2021 ausgiebig mit der Bevölkerung gefeiert. Das jedoch verhinderte die Corona-Pandemie. Daher wird das Ganze dieses Jahr am 25. Juni nachgeholt - mit einem großen Sommerfest für die ganze Familie auf dem Campus in der Wiesenstraße. Grafik: THM

Anlässlich des Jubiläums lädt die THM am heutigen Samstag ab 13 Uhr zum Sommerfest auf den Campus Wiesenstraße ein. Tagsüber stellen sich die Fachbereiche mit ihren Forschungsprojekten vor. Neben einem Kinderprogramm, Speisen und Getränken ist auch für Musik gesorgt, unter anderem tritt die Band »OK Kid« auf. Das bis in die Abendstunden laufende Programm und einen Lageplan gibt es unter go.thm.de/sommerfest (fod)

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