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»Wolf« brachte Sommer im Mai

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Wieder ein Rekord gebrochen: Der Wonnemonat machte mit fast 30 Grad von sich reden. Foto: Jung © Jung

Nach mäßigem Auftakt bescherte der Wonnemonat Mai dem Gießener Land 247 Sonnenstunden, fast 30 Grad - doch nur 37 Liter Niederschlag.

Gießen. Der Wonnemonat startete dieses Jahr mit wenig Sonnenschein und eher mäßigen Temperaturen. Auf gerade mal 1,3 Stunden brachte es die Sonne an dem Feiertag, der dieses Mal auf einen Sonntag fiel. Man könnte meinen, am »Tag der Arbeit« hatte sie keine Lust zu arbeiten. Wer den Tag draußen verbringen wollte, konnte dies unbehelligttun, denn es fiel kein Regen. Ins Schwitzen kamen auch die, die draußen feierten oder stramm in die Pedale traten, nicht, denn mit 15,5 Grad Höchsttemperatur war es nicht besonders warm für einen Maitag.

Markantes Wetter

Der Blick in die Wetterstatistik, die der Wetterdienst QMet für Mai veröffentlichte, zeigt unter anderem: Ein hochsommerliches Intermezzo von kurzer Dauer in der ersten und zweiten Dekade, das krachend zu Ende ging und zahlreiche Unwetterwarnung in der Region Gießen auslöste. Tief »Finja« fürchteten die Meteorologen weniger als ihre Vorgängerin, die im Vorfeld mit Blick auf die Wetterkarten Sorgenfalten auslöste. Und so warnte am 19. Mai der Deutsche Wetterdienst für den Kreis Gießen vor schwerem Gewitter der Stufe 3 von 4, hob sie dann aber auf und warnte gleichzeitig vor markantem Wetter der Stufe 2. »Emmelinde«, wie das kräftige Gewittertief getauft worden war, überquerte die Region mit kräftigen Regenfällen und viel Sturm. Tags drauf zogen weitere Gewitter auf, richteten aber auch keine Schäden an. Mit 19,2 Meter pro Sekunden, das entspricht 69,12 km/h, fegte »Emmelinde« am 19. Mai über Stadt und Kreis, die höchste gemessene Windspitze im Wonnemonat. Glücklicherweise blieb es bei geringen Auswirkungen.

Keine Rolle im Wettergeschehen spielten die Eisheiligen. Als tiefster Wert an der Station Gießen wurden am 29. des Monats 0,3 Grad am Boden gemessen. 11,9 Stunden blickte die Sonne am 19. Mai vom blauen Himmel herunter und trieb das Thermometer auf 27,7 Grad. Der Höchstwert des fünften Monats betrug einen Tag später 29,3 Grad, die Sonne schien 9,5 Stunden. Sie zeigte sich im gesamten Berichtszeitraum 247,8 Stunden und übertraf damit das vieljährige Mittel der international gültigen Referenzperiode von 194,0, was einer Abweichung von 127,7 Prozent vom Mittel entspricht.

»Heißheilige«

Nicht ausgeglichen werden konnte das Niederschlagsdefizit aus dem April. 37,3 Liter Niederschlag fielen im gesamten Monat in den Messbecher, im vieljährigen Mittel liegt der Wert bei 64,0, was 58,3 Prozent Abweichung bedeutet. An 24 Tagen blieb der Mai 2022 ohne Regentropfen.

12 Liter pro Quadratmeter fielen bei dem starken Gewitter am 12. des Monats und das war gleichzeitig der höchste registrierte Wert. Eine Westwetterlage sei ausgeblieben, berichten die Wetterfrösche, stattdessen habe ein Wechselspiel zwischen kühlen Nord-Süd- und warmen Süd-Nord-Strömungen stattgefunden. Kurz vor den Eisheiligen drehte die Grundströmung und sehr warme Luftmassen gelangten nach Deutschland und trieben die Temperaturen bis knapp an die 30 Grad. Hoch »Wolf« und Nachfolger »Xenophon« waren die Verursacher der frühsommerlichen Temperaturen, die damit als Rekordwerte für den Mai gelten.

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