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»Wollen städtebaulichen Akzent«

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Kai Laumann, Martin Künkel und Heiko Bertsch (v.li.) freuen sich auf die Eröffnung des Kaffeehauses. © Scholz

Kai Laumann saniert die ehemalige Volksbank-Filiale in der Frankfurter Straße in Gießen. Wohnen und Gewerbe sollen Platz finden.

Gießen. Irritiert blickt der junge Mann in ein großes Loch. Ja, da hing mal der Geldautomat der Volksbank Mittelhessen. »Einfach den Pfeilen folgen«, rät Heiko Bertsch, Vertriebsleiter der »Bäckerei Künkel«, dem jungen Mann. In der Außenwand des Gebäudes in der Friedrichstraße wird er fündig. Derweil nehmen Bertsch und Geschäftsführer Martin Künkel die Räume der ehemaligen Bankfiliale in Augenschein. »Wir planen hier ein Kaffeehaus im gehobenen Stil, wie man es von uns kennt. Es entstehen 44 Sitzplätze und vermutlich acht Arbeitsplätze« berichtet Künkel. Ebenfalls vor Ort ist Hauseigentümer Kai Laumann, der das Gebäude im Sommer des vergangenen Jahres von einer Eigentümergemeinschaft erworben hat. »Wir wollen hier in der Frankfurter Straße, einem stark frequentierten Bereich, natürlich städtebaulich einen Akzent setzen«, erklärt der Wettenberger Unternehmer.

»Ein bisschen in die Jahre gekommen«

Wer derzeit einen Blick in die Räume in der Frankfurter Straße 37 wirft, erkennt schon noch eine Art Grundstruktur der ehemaligen Bankfiliale. Doch die Arbeiten laufen längst und »ab Montag wird der Rest entkernt«, erläutert Laumann. Das gesamte Gebäude werde revitalisiert, weil »es ein bisschen in die Jahre gekommen ist«. Entstehen solle ein schönes, im Grunde neues und energieeffizientes Gebäude. »Wir kriegen einen Fernwärmeanschluss von den Stadtwerken ins Gebäude mit einem guten Primärenergiefaktor.« Natürlich werde man die ganze Fassade - inklusive Fenster und Wärmedämmung - ertüchtigen. Allerdings werde sie erst ab dem Erdgeschoss nach oben hin neu. Die Fassade im Erdgeschoss bleibe dagegen und werde gereinigt. »Auch die Dächer werden neu gemacht«, berichtet der Unternehmer. Zudem wolle er das Gebäude in Holzbauweise aufstocken. Die Genehmigung von der Stadt liege bereits vor. Gebaut werde in CLT-Bauweise: Das »ist ein Holzbausystem, das als Ergänzung von Licht- und Holzrahmenoptionen entwickelt wurde. Wegen seiner hohen Festigkeit und Formstabilität kann es als Alternative zu Beton, Mauerwerk und Stahl in vielen Gebäudetypen eingesetzt werden«, heißt es auf der Internetseite der »Kai Laumann Zimmerei- und Bedachung GmbH«.

Mit Blick auf die Frankfurter Straße spricht der Projektentwickler von »einer schöne städtebaulichen Entwicklung, wenn man sieht, wie sich die Nachbarbebauung entwickelt. Auch perspektivisch in Richtung der ehemaligen Parfürmerie Seibel von ›Faber&Schnepp‹. Ich denke, dass die ganze Ecke hier nur gewinnen kann«, betont Laumann. Zudem sei er froh, für seine Immobilie gute Mieter gefunden zu haben. Neben der »Bäckerei Künkel« im Erdgeschoss beziehe Dr. Thomas Röder mit seiner Zahnarztpraxis ab kommendem Frühjahr das erste und zweite Obergeschoss. Darüber seien Wohnungen untergebracht.

Die »Bäckerei Künkel« verfüge in der Frankfurter Straße 37 über insgesamt 200 Quadratmeter, führt Bertsch aus. Angeboten würden künftig unter anderem Backerzeugnisse und vor allem Kaffeespezialitäten. »Genau das wollen wir auch zeigen. Denn dafür stehen wir«., so der Vertriebsleiter. Geöffnet sei an 363 Tagen im Jahr. Darüber, wie genau sich der Stil des neuen Kaffeehauses gestalten wird, grübele das Unternehmen noch. Aber »wir wollen die Betondecke offen lassen und auch die Installationen sichtbar machen.« Nach der derzeitigen Entkernungsphase sei es die nächste Hauptaufgabe, die Leitungen für die Zahnarztpraxis in den Obergeschossen herzustellen. »Wir eröffnen im Spätsommer oder Frühherbst«, stellt Bertsch den aktuellen Zeitplan dar. Laumann macht deutlich, dass ihm das Alleinstellungsmerkmal in der Architektur in seinen Häusern wichtig sei. »Ich möchte einen besonderen Stil haben, und bin überzeugt, dass ein Café unter solchen Umständen frequentiert wird, und sich Mitarbeiter und Kunden wiederfinden«, fasst der mittelhessische Unternehmer zusammen.

»Wir sind seit 40 Jahren hier«

Nichts ändern wird sich am Standort von »Brandt Augenoptik«. »Wir sind seit 40 Jahren hier und legen hohen Wert darauf, hier zu bleiben«, unterstreicht Geschäftsführer Horst Zimmermann.

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Kai Laumann saniert das Gebäude in der Frankfurter Straße 37. © Scholz

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