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Zeichen setzen und »Emotionen wirken lassen«

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Von: Benjamin Lemper

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Dunkel bleibt es in der Weihnachtszeit nicht, aber es wird vielleicht auch nicht ganz so hell wie sonst. Foto: BID Seltersweg © BID Seltersweg

In Gießen wird es auch in diesem Jahr eine innerstädtische Weihnachtsbeleuchtung geben - allerdings in reduzierter Form mit weniger Leuchtmitteln und weniger Lichterketten.

Gießen (bl). Wer weihnachtliches Flair mit Lichterketten verbindet, kann beruhigt sein: In Gießen wird die Fußgängerzone wohl auch in diesem Jahr in der Adventszeit wieder festlich dekoriert und illuminiert sein - der Energiekrise angemessen aber etwas dezenter als gewohnt. Die »Business Improvement Districts« (BID), in denen die Hauseigentümer eines bestimmten Bereichs zusammengeschlossen sind, Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher und die zuständigen Amtsleiter haben sich in ihrer routinemäßigen Sitzung auf eine Lösung geeinigt. Diese basiert auf hocheffizienten energiesparenden Neuanschaffungen und sieht außerdem die Reduzierung von Material vor; gleichzeitig könne jedoch die weihnachtliche Stimmung beibehalten werden. Das komme vor allem auch den Schaustellern zugute. Denn es gelte, einerseits ein Zeichen zu setzen und andererseits »Emotionen wirken zu lassen«, verdeutlicht Heinz-Jörg Ebert, Vorsitzender des BID Seltersweg, auf Anfrage des Anzeigers. Und er fügt hinzu: »Eine Stadt entwickelt sich nur, wenn man auch Herausforderungen gemeinsam und im kontinuierlichen konstruktiven Austausch meistert.« Dabei sei es allen Beteiligten ein »stetes Anliegen, die Außenwirkung der Stadt Gießen in vielen Belangen kommunikativ aus einem Guss auszubauen«. Und dazu gehöre auch eine einheitliche Linie bei der innerstädtischen Weihnachtsbeleuchtung. Die Deutsche Umwelthilfe hatte Mitte September angeregt, Städte und Privathaushalte sollten angesichts der Energieknappheit und steigender Preise diesmal besser darauf verzichten. Als Grundlage für den nun abgestimmten Weg dienten wiederum Empfehlungen des Städtetages, informiert Ebert.

Die Weihnachtsbeleuchtung in den vier Quartieren der Innenstadt wird seit 2006 zu 100 Prozent von den BIDs finanziell getragen und organisiert. Bereits im vergangenen Jahr hat das BID Seltersweg einen sechsstelligen Betrag in die Erneuerung und komplette LED-Umstellung investiert, erinnert Heinz-Jörg Ebert. Daraus resultiere eine jährliche Energieersparnis von 75 Prozent. Ein nur noch 25-prozentiger Energieverbrauch gegenüber früher sei auch für das BID Marktquartier ein Anreiz gewesen, nun ebenfalls auf LED umzurüsten. Weiterhin soll eine geringere Zahl an Leuchtmitteln und Ketten verwendet werden, »ohne die Atmosphäre des Gießener Weihnachtsmarktes als eine für Schausteller überlebenswichtige Institution zu verdunkeln«. Auch klassische Weihnachtsbäume werden aufgestellt, allerdings eher symbolisch beleuchtet.

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