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Zu viele Autos, zu schnell

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Malin Schwarz, Carina Diegel, Hiba, Alexander Lang und Simone Wingen (mit Tochter) (v.l.) zeigen, wie es nicht geht: Falschparker sorgen im Spenerweg für Ärger. Foto: Pfeiffer © Pfeiffer

Der Arbeitskreis Gießen Nord/Ost macht mit einer Radtour am 10. Juni auf problematische Verkehrssituationen aufmerksam

Gießen . Das Timing hätte kaum besser sein können: Das Pressegespräch war gerade beendet, als ein Autofahrer das demonstrierte, was die 14-jährige Hiba kurz zuvor kritisiert hatte: Dass Autofahrer rund um den Jugendtreff Spenerweg sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Der Fahrer hatte seinen dunklen BMW direkt im Kreuzungsbereich Spenerweg/Trieb abgestellt - und sorgte so dafür, dass andere die Einmündung nur schwer befahren oder kreuzende Fußgänger übersehen könnten. Der Spenerweg ist eine von sechs Stationen, an denen der Arbeitskreis Gießen Nord/Ost auf die, in den Augen der Bewohner, problematische Verkehrssituation aufmerksam machen will. Geplant ist hierfür eine Radtour am kommenden Freitag, 10. Juni.

»Der Stadtteil wächst«, sagt Alexander Lang, Quartiersmanager für den Eulenkopf, mit Blick auf die zahlreichen Baugebiete. »Das bringt neue Herausforderungen mit sich.« Im vergangenen Oktober hatte das Quartiersmanagement eine Online-Umfrage zu den Themenbereichen »Schule und Kitas«, »Verkehr« sowie »Kultur und Soziales« gestartet. Die meiste Resonanz erhielt der Verkehr, weshalb es neben der Radtour auch eine zweite Stadtteilkonferenz am 22. Juni geben wird, bei der Vertreter des Arbeitskreises gemeinsam mit den Stadtteil-Bewohnern und Vertretern der Kommunalpolitik diskutieren wollen.

Die Radtour am 10. Juni beginnt um 16 Uhr an der Pestalozzischule. Von dort geht es weiter in den Spenerweg (gegen 16.40 Uhr), an die Kreuzung Lincolnstraße (17 Uhr), über die Marshallsiedlung/Monroestraße (17.20 Uhr) zur Kreuzung Heyerweg (17.40 Uhr). Abschluss ist gegen 18 Uhr im Café Toller (Ernst-Toller-Weg 3). An den Stationen werden die einzelnen Verkehrsprobleme vorgestellt, außerdem wolle man weitere Eindrücke für die Konferenz sammeln, sagt Quartiersmanagerin Malin Schwarz.

Die Kinder und Jugendlichen, die den Jugendtreff im Spenerweg besuchen, haben für »ihre« Station auch die Meinung der Anwohner eingeholt. Dabei sei unter anderem kritisiert worden, dass Autofahrer sich nicht an das 30er-Tempolimit halten und gerade auch auf Höhe des Jugendtreffs beschleunigen, erzählt die 14-jährige Hiba, die den Treff regelmäßig besucht. Außerdem gebe es zu wenige Parkplätze, Autos würden rücksichtslos abgestellt und rechts vor links werde nicht beachtet. Außerdem fehle es an Radwegen und Rücksicht auf die Fahrradfahrer. »In dem Viertel sind viele Kinder unterwegs und sie fühlen sich nicht sicher«, hat Simone Wingen vom Büro für Kinder- und Jugendbeteiligung beim Kinderschutzbund festgestellt.

2021 hatte der Jugendtreff bereits gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Gießen eine Aktion durchgeführt: Zu schnelle Autos wurden geblitzt, ihre Fahrer erhielten vom Nachwuchs eine rote Karte. Wer sich dagegen an das Tempolimit hielt, dem überreichten die Kinder und Jugendlichen eine grüne Karte. Sowohl die Anwohner als auch die jungen Leute würden sich einen fest installierten Blitzer wünschen, betont Diplom-Pädagogin Carina Diegel, die im Jugendtreff arbeitet.

Zwar seien bei den Messungen die Überschreitungen nicht so massiv gewesen, dass die Stadt verkehrsberuhigende Maßnahmen umsetzt, sagt Simone Wingen. »Aber das Problem besteht noch immer.« Und angesichts der Veränderungen im Stadtteil werde der Verkehr zu- statt abnehmen.

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