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Zufrieden, dass alles gut geklappt hat

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Von: Sonja Schwaeppe

Der Fronleichnams-Gottesdienst ist aus St. Bonifatius in Gießen von der ARD in viele deutsche Wohnzimmer übertragen worden. Ein spannendes und aufregendes Projekt für alle Beteiligten.

Gießen (son). Nach nur 58 Minuten war es schon vorbei. Der vom Hessischen Rundfunk übertragene Fronleichnams-Gottesdienst in der Kirche St. Bonifatius war um kurz vor elf Uhr Geschichte - live ausgestrahlt in viele deutsche Wohnzimmer von der ARD. Großer Applaus des Kirchenpublikums und auch große Erleichterung bei allen Beteiligten.

Es bedurfte viel Aufwand, Organisation und Vorarbeit, um diesen besonderen Gottesdienst zu gestalten (der Anzeiger berichtete). Kirchenmusiker und Regionalkantor Michael Gilles, dem die gesamte musikalische Verantwortung oblag, wirkt nach der Messe und der anschließenden Prozession gelöst und fröhlich. »Es war wirklich spannend und aufregend«, meint er, als sich alle im Hof der Kirche zum gemeinsamen Feiern mit kalten Getränken, Kuchen und Würstchen versammelt haben. Reflektiert habe er das Geschehene noch nicht, »aber ich glaube, das meiste hat gut geklappt.«

Musikalisch hochklassig

Hochzufrieden mit der hervorragenden Leistung der Sängerinnen und Sänger sowie der Musikerinnen und Musiker kann Gilles auf alle Fälle sein: hochklassig die Vorstellungen des 16-köpfigen Chores, der beiden Organisten, der Band und der Solisten Natascha Jung, Shawn Mlynek und Sora Winkler. Sie singen sonst für das Stadttheater Gießen. Während des Gottesdienstes hatten alle den Regionalkantor stets im Blick. »Ich stand natürlich vor Band und Chor, den einen Organisten sah ich über einen Spiegel und den zweiten über eine Kamera«, so Gilles. »So konnten alle auf meine Hände achten.« Er selbst war auch noch über Mikrofon mit der Regisseurin verbunden. »Es war ein großer Kraftaufwand«, meinte Gilles. Nun sei er sehr froh, dass es alle so gut gemeistert haben.

Auch das Pfarrerteam, allen voran Pfarrer Stefan Wanske, wirkte routiniert und souverän. Mittendrin waren auch David (18), Rosa (22), Patrizia (20) und David (18). Sie gehörten zur rund 30-köpfigen Messdienergruppe bei diesem großen Gottesdienst. »Es war sehr aufregend«, räumte Patrizia während der Prozession ein. »Wir sind ja alle aus unterschiedlichen Pfarreien und haben noch nie einen gemeinsamen Gottesdienst auf diese Weise mitgemacht«, sagt die 20-Jährige, deren Heimatgemeinde St. Albertus ist. »Natürlich war es auch aufregend mit der Ausleuchtung der Kirche und den ganzen Kameras«, ergänzt David, das Weihrauchgefäß schwenkend. »Eine ganz neue Erfahrung.« Und Rosa fügt hinzu: »Ich fand es toll, dass die Kirche auch mal wieder richtig gut besucht war, das sehen wir ja gar nicht so oft.«

Wolfgang Schlich, der für die Organisation der Fronleichnams-Prozession verantwortlich zeichnete, wirkt sehr entspannt. »Ich hatte mit dem Fernsehteam kaum etwas zu tun und habe mich ganz auf die Prozession konzentriert.« Seit über 25 Jahren sei er für die katholische Gemeinde St. Bonifatius tätig. «Für mich war das heute tatsächlich Gewohnheit«, sagt Wolfgang Schlich. »Aber natürlich habe ich mitbekommen, dass es für die Beteiligten des Gottesdienstes große Aufregung bedeutete.« Er selbst habe daran indes gar nicht teilnehmen können, weil er sich draußen mit Ordnungsamt und Co. abstimmen musste. Aufgenommen hat er sich die Messe aber schon. «Ich werde mir das später dann ganz in Ruhe zu Hause anschauen.«

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