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Zukunft des BIDs Theaterpark offen

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Die Entwicklung der Plockstraße gehört zu den Erfolgen des BIDs Theaterpark. © Scholz

Der Vorstand des BIDs Theaterpark in Gießen kandidiert nicht für eine weitere Amtszeit. Nachfolger werden gesucht.

Gießen. Wie geht es weiter mit dem BID Theaterpark? Diese Frage ist nach wie vor offen. Klar ist aber, dass »der Vorstand, wie er jetzt ist, nicht weitermacht. Ein neuer Vorstand könnte einen Antrag auf eine vierte Laufzeit stellen«, sagt der amtierende Vorsitzende Kai Hodenius. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher hofft auf eine Fortsetzung: »Denn das BID Theaterpark darf als Paradebeispiel für die Funktionsfähigkeit des BID-Konstruktes insgesamt gesehen werden. Wir werden in Gießen für dieses gut funktionierende Instrument einer urbanen Entwicklung von außen beneidet.« Wenn es wirklich so sei, dass der Theaterpark keine vierte Laufzeit anstrebt, »bin ich persönlich sehr traurig darüber. In meinen Vorträgen habe ich den Theaterpark immer als Paradebeispiel für die Funktionsfähigkeit des BID-Konstrukts herausgehoben«, so Heinz-Jörg Ebert, Vorsitzender des BIDs Seltersweg.

Beleuchtung der Fassaden steht noch aus

Die Entscheidung über die Zukunft des BIDs dürfte im Mai bei der nächsten Mitgliederversammlung fallen. »Wenn kein neuer Vorstand gewählt wird, werden wir den Verein auflösen. Alexander Zippel und ich machen nicht weiter«, betont Hodenius im Gespräch mit dieser Zeitung. Beide Vorstände stünden auch künftig natürlich beratend zur Seite. Komme es zur Auflösung, würden Gelder, die nicht ausgegeben wurden, zurückgezahlt, so der Vorsitzende. Zu den ausstehenden Projekten zähle die Fassadenbeleuchtung. »Das Geld ist da. Aber kein Elektriker«, berichtet Hodenius.

»Es wäre sehr bedauerlich, wenn sich das BID Theaterpark mangels einer Nachfolge im Vorstand auflösen würde. Wir als Stadt hoffen nach wie vor, dass es im Quartier engagierte Menschen gibt, die die Geschichte des BIDs weiterführen und Verantwortung dafür übernehmen«, führt der Oberbürgermeister aus. Das BID sei ein deutlicher Beweis dafür, was eine klare Vision, Positionierung und ein starker gemeinsamer Umsetzungswille bewirken könnten. »Am Beispiel Plockstraße kann man das gut sehen: Zu Beginn der ersten Laufzeit war die Plockstraße zu weit entfernt davon, eine wirkliche Aufenthaltsqualität anzubieten. Ein eher schlechter Branchenmix und auch ein eher schlechtes bauliches Erscheinungsbild waren prägend. Dieses Erscheinungsbild hat sich inzwischen sehr deutlich gewandelt. Gute Gastronomie und inhabergeführte und außergewöhnliche Ladengeschäfte prägen die Atmosphäre«, führt der OB aus. Mit dem Förderprogramm »Zukunft Innenstadt« besitze man ein Instrument, um in die einzelnen Quartiere weitere Aufenthaltsqualitäten einzubringen. »Dazu würden wir auch weiterhin sehr gerne mit dem BID Theaterpark zusammenarbeiten«, resümiert Becher.

Plockstraße: von der Brache zum Erfolgsmodell

Auch Ebert erinnert daran, dass die Plockstraße bei Gründung der BIDs 2006 eine Brache gewesen sei. »Damals haben sich die Gründer des kleinsten der vier Gießener BIDs auf der Suche nach ihrer Positionierung ›Klein & Fein‹ auf die Fahnen geschrieben und dabei einen Mix von höherwertiger Gastronomie, Kunst und Schönem angestrebt. Autofrei sollte die Plockstraße werden, mit Bepflanzung, Beleuchtung und schönen Fassaden«, erinnert der BID-Vorsitzende. Alle hätten diese Ziele seinerzeit für unerreichbar gehalten. »Doch geht man heute durch die Plockstraße, ist genau diese Vision umgesetzt worden. Wir Gießener haben dort inzwischen eine Top-Gastronomie, tolle, persönlich geführte Läden und Dienstleister sowie eine echte Wohlfühlatmosphäre mit Skulpturen und Lichtinszenierungen«, erläutert der Geschäftsmann. Er halte es für mehr als bedauerlich, wenn dieses erfolgreiche BID nicht ebenso wie Marktquartier und Seltersweg in die vierte Laufzeit gehen sollte, weil sich kein engagierter Anlieger finde der mit ein paar Mitstreitern für seinen Standort Verantwortung übernimmt. »Sich gerade jetzt, in einer Entwicklung, die uns alles für eine funktionierende Innenstadt abverlangen wird, nur auf die Erfolge der Vergangenheit zu berufen, statt nach vorne zu schauen, halte ich für einen Fehler. Wir hätten jedenfalls ein gut funktionierendes BID gerne weiter am Tisch, denn die Anforderungen werden nicht einfacher. Aber ich gebe meine Hoffnung nicht auf, dass sich doch noch jemand findet", resümiert Ebert.

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