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Zum Schutz der Natur

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Die marode Treppe wird nicht ersetzt. © Hessen Forst

Die Treppe am Schlangenzahl in Gießen hinein zum Bergwerkswald ist marode und nicht mehr verkehrssicher. Sie wird abgerissen und nicht ersetzt, aus Kosten- und Naturschutzgründen.

Gießen (red). Die marode Asphalt-Treppe am Zugang Schlangenzahl zum Naturschutzgebiet Bergwerkswald wird abgerissen, da sie nicht mehr verkehrssicher ist. Ein Ersatz ist nicht vorgesehen, jedoch wird das Gelände dort so angepasst, dass der Zugang in das Naturschutzgebiet vorerst erhalten bleibt, teilt HessenForst mit.

Mehrere Bürger hatten sich darüber beschwert, dass die Treppe in ihrem jetzigen Zustand eine Gefährdung vor allem für ältere Menschen darstelle. Durch Ausspülungen und Setzungen bildeten sich Stolperfallen, ein Treppengeländer war inzwischen nicht mehr vorhanden. Da es sich um eine bauliche Anlage handelt, ist das Forstamt Wettenberg als Fläche«nbesitzerin für einen verkehrssicheren Zustand verantwortlich. »Eine Ertüchtigung der Treppe kam aus Kostengründen nicht in Frage«, heißt es in dem Schreiben. Vorerst wird nun an Stelle der Treppe das Gelände so ausgeformt, dass ein Begehen immer noch möglich ist. Da es sich nicht um einen offiziellen Weg, sondern um einen Trampelpfad handelt, sind jedoch weitere Maßnahmen für einen verbesserten Zustand des Schlangenzahl-Zugangs nicht geplant. Besucher müssen weiterhin mit dem witterungsabhängig teilweise schlechten Zustand des Pfades rechnen.

Zudem ist über das Fortbestehen dieses Trampelpfades von den zuständigen Naturschutzbehörden des Landkreises und der Stadt Gießen noch nicht abschließend entschieden. Das Naturschutzgebiet Bergwerkswald war von jeher schon ein beliebtes Ausflugsziel der Gießener Bevölkerung. Durch die Entstehung des Baugebiets Schlangenzahl war mit einem verstärkten Besuchsdruck zu rechnen. Ein damals entwickeltes Besucherlenkungskonzept sah deshalb unter anderem vor, diesen Zuweg durch attraktivere, beschilderte Zugänge zum Gebiet an anderer Stelle zu ersetzen.

Tatsächlich kam es zu der vermuteten erhöhten Freizeitnutzung, verstärkt durch ein durch die Corona-Restriktionen verändertes Freizeitverhalten. Oft geht diese Freizeitnutzung mit einer Missachtung der im Gebiet geltenden Regeln zum Schutz der Natur einher. Deshalb sollen für den Naturschutz besonders wertvolle Flächen besser geschützt werden. Dazu ließ das Forstamt Wettenberg, das im Auftrag des Regierungspräsidiums auch für die Einhaltung der Schutzgebietsverordnung und die Durchführung von Pflegemaßnahmen verantwortlich ist, in der jüngeren Vergangenheit Holzgeländer errichten und versperrte illegale Pfade mit Astmaterial. Sollte es mit diesen Maßnahmen nicht gelingen, den Schutz des Gebietes zu gewährleisten, so steht auch eine komplette Schließung des Zugangs Schlangenzahl im Raum.

»Nur wenn sich alle Besucher verantwortungsvoll verhalten, kann auf weitere restriktive Maßnahmen verzichtet werden,« appelliert Holger Brusius, der zuständige Mitarbeiter im Forstamt Wettenberg. Dazu gehört auch das Anleinen von Hunden.

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