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Zwei junge Helden mit Zukunft

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Gut gelaunt stellt Sascha Gutzeit sein neues Kinderbuch vor. Foto: Czernek © Czernek

Gießen. Sascha Gutzeit steckt voller Kreativität und Tatendrang. Er ist als Sänger, Schauspieler, Hörspielsprecher und Autor stetig unterwegs und in der hiesigen Krimiszene bestens bekannt, denn mit den aberwitzigen Geschichten seines Kommissars Engelmann ist er häufig Gast des Gießener Krimifestivals. Sein Genre sind Detektiv- und Kriminalgeschichten für jedes Lesealter.

Viele Kindergartenkinder und Erstleser kennen die Geschichten rund um Detektivspinne Luise, für die Erwachsenen löst Kommissar Engelmann seine Fälle. Nun hat Gutzeit den ersten Band seiner neuen Reihe fertiggestellt. Es geht um die Stadt-Land-Fluss-Detektive, die sich an eine weitere Zielgruppe richtet: Kinder als Erstleser. Gerade ist der erste Band mit dem Titel »Gefahr an der alten Schleuse« erschienen, den der Autor an diesem Freitag in der Gießener Stadtbücherei vorstellen wird.

Wie kam er auf die Idee zu den neuen Geschichten? Für die jüngeren Kinder gibt es die Detektivspinne Luise, die gemeinsam mit ihren tierischen Freunden Geheimnisse aufdeckt, berichtet er beim Gespräch in seinem Wetzlarer Garten. Doch für ältere Kinder passt dieser Ansatz nicht. Daher hatte er schon lange die Idee zu der neuen Reihe im Kopf: von Kindern, die selbst etwas entdecken. Detektivkoffer mit den entsprechenden Utensilien finden sich ja auch in vielen Kinderzimmern.

Er selbst liebt das Genre und möchte mit der Reihe an den Charme von Kinderbuchklassikern wie die »Fünf Freunde«-Bücher von Enid Blyton oder der berühmten Reihe »Die drei ???« anknüpfen, bei der er selbst ab und zu als Sprecher agiert. Mit den »Fünf-Freunde«-Büchern ist Gutzeit selbst aufgewachsen, »das sind Klassiker, die heute immer noch funktionieren«. An diesen Vorbildern hat er sich auch bei der Gestaltung seiner jüngsten Arbeit orientiert. Auf eine Bebilderung im Text hat er allersings verzichtet, da soll sich die Fantasie des Lesers entwickeln.

Inhaltlich geht es um einen zwölfjährigen Jungen und ein etwas älteres Mädchen in einer kleinstädtischen Umgebung, die ein Rätsel in einem alten Schleusenhaus aufdecken. Spannungsreich wird es unter anderem dadurch, dass der Junge aus der Stadt mit seinen Eltern aufs Land zieht und sich dort erst einmal zurechtfinden muss. Das Mädchen hingegen stammt von dort und ist ihm in dieser Umgebung scheinbar in manchen Dingen überlegen. Doch nur gemeinsam können sie ihren ersten Fall lösen. Zielgruppe des Buchs seien Kinder, die gerade selbst lesen können.

Gutzeit will aus diesem Ansatz eine ganze Buchreihe entstehen lassen. Dazu macht er sich Notizen, entwirft einen eigenen kleinen Kosmos, in dem die Figuren agieren. »Seit rund drei Jahren entwickelt sich diese Geschichte, das dauerte, denn ich arbeite noch an vielen anderen Projekten, habe Auftritte und so weiter, da musste diese Arbeit ab und zu ruhen«, berichtet er. Erst wenn er eine Geschichte jemandem erzählen kann, »ist sie rund, dann kann ich sie aufschreiben«.

Der Beginn einer Freundschaft

Wichtig ist es dem Autor, dass sich die beiden jungen Helden im ersten Band auch wirklich kennenlernen, dass die Leser quasi den Beginn der Freundschaft miterleben und diese Vorgeschichte nicht irgendwann hinterhergeschoben wird. »In vielen Reihen geschieht das und das wirkt in meinen Augen manchmal etwas konstruiert. Das wollte ich vermeiden«, erzählt der Autor.

Reale Vorbilder an Figuren oder Schauplätzen hat er dabei nicht. »Wenn jemand einen bestimmten Ort damit verbindet, dann ist das klasse, das dient der Identifikation.« Bei der Beschreibung der Schleuse hat er allerdings an die Kanuschleuse an der Lahn in der Nähe von Solms gedacht, verrät er.

Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, dennoch kommen darin weder ein Computer noch ein Smartphone vor, ist das nicht etwas aus der Zeit gefallen? »Ich bin kein Gegner davon«, sagt Gutzeit. Der Spannungsbogen einer solchen Geschichte verläuft für ihn allerdings besser, wenn die agierenden Personen nicht einfach zum Telefon greifen, sondern selbst aktiv werden müssen. »Ich schreibe nicht, dass es keine Smartphone gibt, sie werden nur nicht erwähnt.« Ein zweiter Band mit einer neuen Detektivgeschichte ist übrigens bereits in Arbeit,

Sascha Gutzeit stellt seinen neuen Kinderkrimi um die Stadt-Land-Fluss-Detektive am Freitag, 5. August, um 16 Uhr in der Stadtbibliothek Gießen erstmals bei einer Lesung öffentlich vor, ebenso wie einen Stadt-Land-Fluss-Detektiv-Song.

Sascha Gutzeit: Gefahr an der alten Schleuse. (Die Stadt-Land-Fluss-Detektive 1). 192 Seiten. 12 Euro. Mendoza Verlag.

Sascha Gutzeit, 1972 in Wuppertal geboren und im Westerwald aufgewachsen, arbeitet als Musiker, Texter, Komponist, Schauspieler und Buchautor. »Kommissar Heinz Engelmann«, seine bekannteste Figur, ermittelt seit 2011 und ist auch vom Gießener Krimifestival wohlbekannt. Seine Lesungen sind immer eine Mischung aus Buchpräsentation, Comedy und Musikperformance. Gutzeit ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund und wohnt seit zwei Jahren in Wetzlar-Blasbach. (bcz)

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