1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Zwischen Taser und Arrestzelle

Erstellt:

Tag der offenen Tür im Polizeipräsidium Mittelhessen lockt zahlreiche Besucher an

Gießen (bcz). Mit einem solchen Andrang hatte Polizeipräsident Bernd Paul kaum gerechnet: Rund 25 000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür im Polizeipräsidium Mittelhessen nach Gießen. Bereits am Vormittag waren sämtliche Parkplätze rund um die Ferniestraße belegt. Schon zum vierten Mal öffnete das Präsidium seine Pforten, um seine große Bandbreite zu präsentieren.

Längst reicht das Polizei-Gelände nicht mehr für die 45 unterschiedlichen Aktionen aus, auch auf der Zufahrtsstraße bis hin zum Parkplatz des gegenüberliegenden Möbelhauses waren Stände aufgebaut. Bereits am Mittag drängten sich die Menschenmassen zu den einzelnen Präsentationen. Schnell waren auch die Führungen durch das Innere des Präsidiums ausgebucht - schließlich bekommt man nicht alle Tage einmal die Gelegenheit, eine Arrestzelle oder die Leitzentrale zu besichtigen. Ein Tag, der von den rund 300 Beamten und Angestellten exzellent vorbereitet war und der für jeden Interessierten etwas bereit hielt.

»Die Polizei ist keine schwarze Box für die Bevölkerung und das wollen wir hier heute zeigen. Ich freue mich sehr, dass wir nach fast genau sechs Jahren unser mittelhessisches Präsidium wieder präsentieren können«, sagte der Polizeipräsident bei seiner Begrüßung.

Innenminister Peter Beuth wies in seinem Grußwort darauf hin, dass diese Region eine besonders sichere sei, denn die Verbrechensrate sei unterdurchschnittlich, während die Aufklärungsquote besonders hoch sei. Darauf könnten alle Mitarbeiter stolz sein. Gleichzeitig warb der CDU-Politiker auch für die Polizei als einen attraktiven Arbeitgeber. So hoffte er, dass man durch den Aktionstag etliche Menschen für diese Arbeit gewinnen könne. Der in den 1970er Jahren kreierte Leitsatz »Die Polizei, dein Freund und Helfer« gelte nach wie vor.

Seit der letzten Veranstaltung 2016 wurde das Angebot deutlich erweitert. Besonders viel Zuspruch bekamen sämtliche Darbietungen auf dem Hubschrauberlandeplatz, der zur Aktionsfläche umfunktioniert wurde.

Die Hundestaffel zeigte ebenso wie die Motorradstaffel des Polizei-Motorsportclubs Marburg ihr Können. Besonders spannend war die Demonstration einer Festnahme mittels eines Tasers - wobei die Polizei jedoch deutlich und humorvoll darauf hinwies, dass dies nur eine Übung sei und man einen Taser keinesfalls zu Hause einsetzen solle.

Lange Schlangen bildeten sich an sämtlichen Ständen, bei denen man etwas über die praktische Arbeit der Beamten erfahren konnte: Etwa beim Blick in ein Einsatzfahrzeug oder bei der Schutzwesten-Anprobe. Viele Kinder und Jugendliche wollten ein Polizeimotorrad aus der Nähe betrachten und auch mal für ein Foto darauf Platz nehmen.

Auch die Kriminalistik samt Spurendienst waren mit einem Live-Tatort vor Ort, bei dem sich die Besucher selbst über die Einsatzmethoden informieren konnten, um die Unterschiede zu den Fernsehkrimis auszumachen.

Aber nicht nur die Polizei konnte ihre vielfältigen Aufgaben darstellen, auch Vereine und Verbände, wie die Opferhilfe Weißer Ring, Wildwasser oder der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die im Bereich der Prävention eng mit der Polizei zusammenarbeiten, waren mit Ständen vertreten.

Für die kleineren Kinder lud die Puppenbühne »Blaue Bühne Marburg« zu dem Theaterspiel »Kasperle und die Polizei« ein.

Der Polizeipräsident zeigte sich mit dem Verlauf des Tages sehr zufrieden, der den Besuchern das gesamte Spektrum der polizeilichen Arbeit transparent vorgeführt habe.

Auch interessant