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Zwölf junge Frauen im Technikum der THM

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Selfie als Teil der Schnitzeljagd: Die Technikantinnen Diana Tannewolf, Chloe Rozsa, Lotta Scheld und Birgül Sarikaya (v.l.) lernen den Campus Gießen kennen. Foto: THM © THM

Gießen (red). Ist ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium wirklich das Richtige für mich? Diese Frage stellen sich noch immer zu viele junge Frauen, die Interesse und Talent an Schulfächern wie Mathematik und Informatik, Biologie, Chemie oder Physik haben - und dann doch vermeintlich »weibliche« Studienfächer oder Berufsausbildungen wählen.

Ihnen bietet seit einigen Jahren das Hessen-Technikum Orientierung, das die hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften anbieten. Im aktuellen Jahrgang haben sich an der THM zwölf junge Frauen eingeschrieben - ein Rekord.

Das Technikum dauert ein reguläres Semester, anders als dies nimmt es fächerübergreifend aber viele Bestandteile eines ganzen Studiums in Kurzform vorweg. Die Technikantinnen besuchen etwa die Physik-Labore in Friedberg oder lernen die Risiken von Radon kennen. Auch bei StudiumPlus in Wetzlar haben sie eine Station: Nicht wenige der Technikantinnen der vergangenen Durchgänge sind anschließend über das duale Studienangebot zugleich bei der THM und einem Unternehmen untergekommen.

»Mathe liegt mir«

Zwei zweiwöchige Praktika gehören zum Technikum, üblicherweise. »Ich mache ein Schnupperstudium XXL«, erklärt hingegen Birgül Sarikaya: Sie hat ein Praktikum gegen den regulären Besuch der Erstsemester-Vorlesungen in Informatik getauscht. »Mathe liegt mir«, erklärt sie. In ihrer Familie ist sie die erste, die sich an ein Studium an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften heranwagt - andere Familienmitglieder hat es bislang an Universitäten gezogen. Doch sie reize Naturwissenschaft und Technik, sagt sei.

Ähnlich geht es Chloe Rozsa. Trotz Interesses an Fächern wie Biologie oder Chemie hat sie nach dem Abitur im vergangenen Jahr einen gänzlich anderen Ausbildungsweg in der öffentlichen Verwaltung eingeschlagen. »Das war aber nicht wirklich das Passende«, erläutert sie. Erst im Juni hat sie sich deshalb für das Hessen-Technikum entschieden, auf das sie über Soziale Medien aufmerksam wurde. Jetzt probiert sie es mit Bio-Pharmazeutischer Technologie am Fachbereich Life Science Engineering als Schwerpunkt ihres Schnupperstudiums - ganz ihren Interessen folgend. Während Sarikaya schon weiß, dass sie ihr Praktikum bei Hexagon in Wetzlar absolvieren wird, hat Rozsa sich bei Biotechnologie-Unternehmen aus der Region beworben.

Darüber hinaus geht es vor allem darum, die Hochschule kennenzulernen - inhaltlich, aber auch physisch: Den Auftakt des Technikums markiert neben dem Besuch der Mensa eine durch das Smartphone geführte Schnitzeljagd über die Gießener Campusbereiche, vom neuen C-Campus über den achten Stock des A-Turms an der Wiesenstraße bis zum D-Campus am Landgericht. Es folgen in den nächsten Wochen Stationen beim Motorsport-Team oder in den Maschinenbau-Werkstätten. Soft-Skills-Trainings und Reflexionsseminare gehören gleichfalls zum Programm.

Und auch die anderen hessischen Technikantinnen lernen die THM-Frauen kennen, digital und auch in Präsenz: Networking über den eigenen Hochschulkosmos hinaus ist fester Bestandteil des Hessen-Technikums.

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