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Zwölf Prozent mehr Herztote

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Von: Juliane Seip

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In der Osthalle präsentierten die 46ers mit ihren Partnern die Herzkampagne. © Richard Stephan - Der Stadtfotograf

Mit der Kampagne «#gemeinsamgegendenherzinfarkt« warnen die Gießen 46ers, das Gesundheitsunternehmen »Abbott« sowie das Uniklinikum, das Herz nicht zu vernachlässigen.

Gießen. Weniger Vorsorge und eine gestiegene Todesrate: Mit der Kampagne «#gemeinsamgegendenherzinfarkt« wollen die Gießen 46ers, das Gesundheitsunternehmen »Abbott« sowie das Universitätsklinikum Gießen-Marburg darauf aufmerksam machen, das Herz auch in Pandemiezeiten nicht zu vernachlässigen.

Ein übergroßes Herz-Modell war beim jüngsten 46ers-Heimspiel gegen Chemnitz in der Osthalle aufgestellt. Auch konnten die Besucher ein eigens für die Kampagne gedrucktes T-Shirt erstehen.

Zwölf Prozent mehr Herztote habe es während der Pandemie in Hessen gegeben, berichtet Professor Holger Nef, stellvertretender Leiter der Kardiologie des UKGM. Hinzu kommt, dass die Zahl der Einlieferungen in Krankenhäuser und die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen zurückgegangen sind - letztere um nunmehr 60 Prozent. Trends, die auch am Uniklinikum in Gießen festgestellt worden sind.

Wenngleich das Spiel gegen Chemnitz sportlich ein Misserfolg gewesen ist, hinsichtlich der Aufmerksamkeit auf das Thema war es ein voller Erfolg, so Jonathan Kollmar, 46ers-Leiter für Sales und Events. Das circa zweieinhalb Mal zwei Meter große, rund 400 Kilo schwere Herz, konnte je nach Körpergröße in aufrechter oder geduckter Haltung begangen werden. Im Inneren gab es Herztöne zu hören und die organischen Bestandteile mitsamt Beschriftungen des für den Körper zentralen Organs zu sehen.

Tritt ein Herzinfarkt auf, unterscheiden sich die Symptome nach Geschlecht, erfuhren die Besucher. 2000 waren zum Spiel in die Osthalle gekommen. Während Frauen eher Atemnot und Übelkeit verspüren, sei es bei Männern oftmals ein Brustschmerz, der auf den lebensbedrohlichen Vorfall aufmerksam mache, so Prof. Christian Hamm, Leiter der Kardiologie. Doch auch bevor es zum Infarkt oder anderen Erkrankungen des Herzens kommt, lässt sich durch Prävention Einiges tun.

»Als aufgeklärter Mensch sollte man über seinen Cholesterinwert und seinen Blutdruck Bescheid wissen«, erklärt der Experte. Auch Rauchen, familiäre Vorbelastungen und Diabetes seien beim »persönlichen Risikoprofil« zu berücksichtigen. Zu Vorsorgeuntersuchungen rät Hamm für Männer ab dem 50. Lebensjahr, während es bei Frauen je nach Ende ihres Menstruationszyklus auch etwas früher anzuraten sei. Mit der Kampagne soll darauf aufmerksam gemacht werden, auf die Signale des Körpers zu hören und das am Besten nicht erst dann, wenn es bereits zum Ernstfall kommt. Für das an der Kampagne beteiligte Gesundheitsunternehmen »Abbott«, welches unter anderem auch auf Herzgesundheit spezialisiert ist, ist die Aktion zudem auch Mittel zum Zweck. »Wir wollen unseren Bekanntsheitsgrad in der Region steigern«, so Marcus Bernstein, »Regional Director« für den Geschäftsbereich Vascular bei »Abbott«. Bereits seit der letzten Spielzeit ist das Unternehmen Partner der Gießen 46ers. Auch das UKGM ist mit der Mannschaft durch deren kardiologische Betreuung verbunden.

Das »Dreigestirn« hofft nun, auch über die Aktion hinaus Aufmerksamkeit zu erzeugen. Hilfreich dürften dabei 2500 mit dem Kampagnenmotto bedruckte T-Shirts sein, die die Besucher erwerben konnten. Wer nun jemanden mit einem der feuerroten Textil-Erinnerungsstücke sieht, weiß: Hier schlägt das Herz für die 46ers und für Herzgesundheit.

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