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Facebook-App: Der Mutterkonzern Meta hat Ärger mit den US-Behörden. Schlimmstenfalls droht ihm die Zerschlagung.

Klage zugelassen

Facebook: US-Regierung will Konzern zerschlagen – Einschneidende Folgen für Whatsapp und Instagram

Die US-Regierung macht gegen die Facebook-Mutter Meta mobil. Jetzt kommt es zum Mammut-Prozess. Schlimmstenfalls droht dem sozialen Netzwerk die Zerschlagung.

Washington – Im Rennen um die Herrschaft in den sozialen Netzwerken droht Facebook ein schwerer Dämpfer. Ein Gericht in Washington hat die umstrittene Wettbewerbsklage der US-Handelsbehörde nach entsprechenden Nachbesserungen jetzt doch zugelassen. Schlimmstenfalls könnte Facebook nun dazu gezwungen werden, die Milliarden-Zukäufe von WhatsApp und Instagram wieder abzustoßen.

Der Richter betonte zugleich, dass damit aber noch völlig offen sei, wer sich am Ende in dem Verfahren durchsetze werde. Es dürfte sich über Jahre hinziehen.

In der Klage wirft die US-Handelsbehörde FTC Facebook unter anderem vor, das Online-Netzwerk habe den Chatdienst WhatsApp und die Foto-Plattform gekauft, um die eigene Monopolstellung in dem Markt zu schützen. Deshalb müssten die Übernahmen wieder rückgängig gemacht werden.

Das zu beweisen, könne eine ziemlich große Aufgabe für die FTC werden, schränkte Richter James Boasberg am Dienstag ein. Die erste Version der Klage hatte der Richter noch mit demütigenden Worten für die FTC-Juristen zurückgeschickt. Unter anderem kritisierte er, dass sie sich nicht die Mühe gemacht hätten, den Monopol-Vorwurf gegen Facebook mit Zahlen zu untermauern. „Es ist als wollte die Behörde, dass das Gericht einfach nur die allgemeine Überzeugung abnickt, dass Facebook ein Monopolist sei“, schrieb er im Juni.

Facebook: US-Behörde muss Klage umfassend nachbessern

In der nachgebesserten Klage mangelt es nun nicht mehr an Zahlen. So hält die FTC fest, dass Facebook von 2016 bis 2020 bei täglich aktiven Nutzern einen Marktanteil im Schnitt von 80 Prozent auf Smartphones und 98 Prozent auf dem PC gehabt habe. Zu keinem Zeitpunkt und auf keinem Gerätetyp sei der Anteil unter 70 Prozent gesunken. Überzeugend genug für Richter Boasberg: „Die FTC hat diesmal ihre Hausaufgaben gemacht“, lobte er.

Er wies allerdings auch diesmal Vorwürfe ab, dass Facebook das Zusammenspiel seiner Dienste mit denen anderer Entwickler verhindert habe. Der Grund: Dies sei für den betroffenen Zeitraum nicht relevant gewesen.

Facebook-Mutter gibt sich zuversichtlich

Der Facebook-Konzern Meta* begrüßte in seiner Reaktion ausdrücklich, dass die Klage damit eingeengt worden sei. „Wir sind überzeugt, dass die Fakten die grundlegende Schwäche der Vorwürfe aufdecken werden“, sagte ein Sprecher. Facebooks Investitionen in WhatsApp und Instagram seien gut für Wettbewerb und Nutzer gewesen.

Facebook hatte Instagram 2012 für etwa eine Milliarde Dollar und WhatsApp 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar gekauft. Instagram hat inzwischen rund eine Milliarde Nutzer, WhatsApp etwa zwei Milliarden. Die US-Wettbewerbshüter hatten die Übernahmen damals freigegeben.

Facebook: Verfahren könnte wegweisend sein

Unabhängig vom Ausgang könnte das Verfahren eine feste Definition des Marktes für soziale Netzwerke im US-Justizsystem verankern - und damit einen klareren Rahmen für Kartellverfahren schaffen. Facebook konterte bei derartigen Vorwürfen bisher oft, dass die Konkurrenz im Netz vielfältig und nur einen Klick entfernt sei. Die FTC (Federal Trade Commission) beschreibt nun als persönliche soziale Netzwerke Plattformen, auf denen Nutzer Kontakte mit Freunden und Familie pflegen und in einem gemeinsamen Raum Beiträge und Erlebnisse teilen.

Basierend auf dieser Definition sieht die FTC zum Beispiel Twitter, Youtube und die aufstrebende Videoplattform Tiktok in anderen Kategorien - weil sie mehr auf die Nutzung von Inhalten denn auf persönliche Verbindungen ausgerichtet seien.

Als direkter Wettbewerber von Facebook wird in der Klage unter anderem Snapchat genannt. Dazu kommen diverse inzwischen eingestellte Dienste wie Google+, MySpace und Friendster. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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