Wegen gestiegener Beschaffungskosten

Gas-Krise: Energieanbieter erhöht Preise um über 130 Prozent

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Der Gas-Anbieter Rhein Energie erhöht die Kosten enorm. Für Kunden bedeutet das bis zu 1500 Euro mehr Energiekosten im Jahr – ohne die zusätzliche Gas-Umlage.

Köln – Die Gas-Krise könnte schon bald ein Loch in viele Verbraucher-Geldbeutel reißen. Denn die Preise steigen aufgrund der angespannten Lage und der reduzierten Liefermenge aus Russland durch Nord Stream 1 immer weiter. Wie das Vergleichsportal Check24 berichtet, liegt der Preis für die Megawattstunde Erdgas im Großhandel bei 171 Euro. Das sind ganze 375 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Und diese Preissteigerung geben Anbieter jetzt nach und nach an ihre Kunden weiter.

Gas-Krise: Anbieter erhöht Preise wegen enormer Kostensteigerung

Jetzt hat der Anbieter Rhein Energie angekündigt, die Preise deutlich anzuheben. Ab dem 1. Oktober müssen Kunden für die Kilowattstunde Erdgas 18,30 Cent bezahlen. Derzeit kostet diese lediglich 7,87 Cent, wie focus.de berichtet. Somit wird das Gas bei Rhein Energie um 133 Prozent teurer. Als Grund dafür nennt Rhein Energie „eine fast 450-prozentige Steigerung der Beschaffungskosten für Erdgas im Vergleich der Beschaffungsperiode 2021/22 zu 2022/23.“ Diese Kosten könnten auch durch ein System der „langfristigen, kontinuierlichen Beschaffung“ nicht kompensiert werden.

In der Pressemitteilung des Anbieters werden auch Musterbeispiele dargelegt, welche zeigen, wer künftig wie viel mehr bezahlen muss:

In einer Kölner Wohnung mit 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch erhöhen sich die Jahreskosten auf rund 2.002 Euro (vorher: rund 960 Euro).

In einer großen Wohnung oder einem kleineren Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Jahresbedarf betragen die neuen Jahreskosten rund 2.918 Euro (vorher: rund 1.353 Euro)

Gas-Umlage kommt zu den gestiegenen Preisen hinzu

Doch das ist noch nicht alles. Schließlich kommt zu dieser Preiserhöhung noch die Gas-Umlage der Bundesregierung hinzu. Das könnte für Haushalte noch einmal Mehrkosten in Höhe von bis zu 2000 Euro bedeuten. Auch Rhein Energie bestätigt auf seiner Website, dass die Umlage bei der jetzt angekündigten Preiserhöhung noch nicht mit einberechnet ist.

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Aber wie können Verbraucher jetzt auf die Preisanpassung reagieren? Um am Ende des Jahres keinen Nachzahlungs-Schock zu erleben, rät Rhein Energie seinen Kunden, die monatlichen Abschläge anzupassen. (ph)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Bihlmayer

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