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Willy-Brandt-Schüler zeigen sich für Neugestaltung im Gießener Zibb sehr kreativ

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Von: Frank-Oliver Docter

GIESSEN - (fod). "Wir bewundern immer wieder, was Sie hier leisten", lobte Dr. Sofia Ott die Schüler der Fachoberschulklasse 12 "Gestaltung" der Willy-Brandt-Schule (WBS) für ihre enorme Kreativität. Die es der Jury erneut sehr schwer machte, sich für die drei erstplatzierten Entwürfe - aus insgesamt 32 eingereichten - zu entscheiden. Der Auftrag dieses Mal:

die Umgestaltung eines regelmäßig genutzten Schulungsraumes im Gießener Zentrum für Interkulturelle Bildung und Begegnung (Zibb). Dafür hatten sie zunächst vor Ort den Ist-Zustand dokumentiert und sich über die Funktionen des Raumes, der vorrangig ein Begegnungsort ist, informiert. Danach erstellten sie aus ihren Ideen technische Zeichnungen und setzten diese auch digital am Computer um. Im Rahmen des Faches "Lebensräume gestalten" werden die jungen Leute alljährlich von ihren Lehrern Wennemar Rustige und Andreas Arcularius nach einer theoretischen Unterrichtsphase vor die Aufgabe gestellt, reale Aufträge zu erfüllen, wie sie später auch einmal im Beruf auf sie zukommen könnten.

Riesige Erdkugel

Als Sieger für dieses Jahr verkündeten Zibb-Geschäftsführerin Sofia Ott und Beisitzerin Drosia Tanriverdi die 18-jährige Christina Kuhl (aus Rechtenbach). Ihr Entwurf, der unter anderem eine riesige Erdkugel auf einer der Wände vorsieht, soll nun auch in die Tat umgesetzt werden. "Es gab viele Modelle, die gepasst hätten", unterstrich Tanriverdi die durchweg hohe Qualität der Schülerideen. Dies galt genauso für die Zweitplatzierte Kim Weiser (Niederwetz) und die Dritte Celina Göktas (Pohlheim, beide 18). Während die beiden Letzteren als Preis jeweils freien Eintritt für alle diesjährigen Kursveranstaltungen im Zibb erhalten, hat Christina Kuhl auch zu allen Konzerten kostenlosen Zutritt und bekam darüber hinaus einen 30-Euro-Gutschein für Karstadt überreicht. Auch die übrige Klasse ging nicht leer aus. Der Dank der Zibb-Vertreter ging ebenso an die beiden Lehrer, die das alles überhaupt "erst ermöglichen", so Ott. Sie wusste außerdem zu berichten, dass Willy-Brandt-Schüler vor bereits rund 20 Jahren mit ihren Ideen an der Gestaltung der damals neuen Zibb-Räumlichkeiten mitgewirkt hatten.

In den vergangenen Jahren waren es diverse Fassaden und Innenräume, die von den Fachoberschülern durch ansprechende Gestaltungsentwürfe verschönert wurden, so etwa in Gießen die Fassade des Regierungspräsidiums am Landgraf-Philipp-Platz, das Gebäude der Tourismus-Information, die Pausenhalle der Ludwig-Uhland-Schule, die Eingangshalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich oder der Eingangsbereich des Seniorenzentrums in Lich. Für Letzteres wurden Schüler und Lehrer sogar mit einem Innovationspreis in Berlin ausgezeichnet.

Am Rande der Preisverleihung zeigte sich Wennemar Rustige unzufrieden mit der Berichterstattung im Gießener Anzeiger über die vor einigen Wochen stattgefundene Präsentation und Ausstellung aller Schülerentwürfe. Dabei sei der Eindruck entstanden, die Schüler würden im Fach "Gestaltung" unter räumlich sehr schlechten Bedingungen unterrichtet, so sein Vorwurf. Tatsächlich aber verfüge man im neuen Gebäude, an der WBS "Willy II" genannt, über helle und modern ausgestattete Räumlichkeiten wie auch einen großen EDV-Raum, was Schülern wie Lehrern insgesamt "sehr gute Arbeitsmöglichkeiten" biete. Gleichzeitige räumte Rustige jedoch ein, dass zumindest das ältere Schulgebäude "Willy I" in manchen Bereichen "sanierungsbedürftig" sei.

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