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Putins geheimer Reichtum: Paläste, Jets, Jachten - Was sich der Kremlherrscher alles gönnt

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Von: Lisa Mayerhofer

Wladimir Putin sitzt auf einem Stuhl und hat ein Blatt in der Hand
Über den wahren Reichtum von Wladimir Putin gibt es nur Schätzungen. (Archivbild) © MIKHAIL KLIMENTYEV/afp

Über den wahren Reichtum von Wladimir Putin gibt es nur Schätzungen. Reportern ist es jetzt wohl gelungen, Paläste, Resorts, Jachten, Jets und Bankkonten miteinander in Verbindung zu bringen.

Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin lässt sich ungern in die Karten schauen. Nachdem er im Zuge seines Einmarsches in die Ukraine vom Westen mit zahlreichen Sanktionen belegt wurde, kochte aber die Debatte über seine Vermögenswerte wieder hoch.

Netzwerk hat wohl Putins Verschleierungs-System offengelegt

Auf dem Papier lebt Putin dafür, dass er der Präsident des größten Landes der Welt ist, recht bescheiden. Es ist aber spätestens seit den Panama Papers ein offenes Geheimnis, dass Vertraute des russischen Präsidenten als Strohmänner und -frauen für seine Vermögenswerte fungieren.

Nun haben es Reporter offenbar geschafft, das Verschleierungs-System von Putin offenzulegen. Dies gelang dem Journalistennetzwerk Organized Crime and Corruption Reporting Project, kurz OCCRP, und dem Online-Medium Meduza mit Medienpartnern wie dem WDR mithilfe einer für die Öffentlichkeit nicht sichtbaren E-Mail-Domäne - LLCInvest.ru.

Darüber fanden die Reporter Dutzende miteinander verbundene Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, die mit der Bank Rossiya verbunden sind. Diese Bank wird auch „Putins Bank“ genannt, weil sie seinen engsten Vertrauten gehört, darunter dem Milliardär Yury Kovalchuk.

Putins Vermögen: Paläste, Resorts, Jets und Jachten?

Die Unternehmen und Organisationen besitzen Vermögenswerte im Wert von mindestens 4,5 Milliarden US-Dollar (etwa 4,2 Milliarden Euro). Viele dieser Vermögenswerte, darunter ein riesiger Palast am Schwarzen Meer, werden mit Putin in Verbindung gebracht. Auch eine Villa nördlich von Sankt Petersburg, die im Volksmund „Putins Datscha“ genannt wird, fanden die Reporter sowie ein Wintersport-Resort, in dem Putins Tochter heiratete.

Sogar eine Fluggesellschaft und eine Jacht ließen sich über die Mail-Domäne LLCInvest.ru entdecken. Außerdem fanden die Reporte eine Non-Profit-Organisation namens „Entwicklung von Agrarinitiativen“, die unter anderem von dem Oligarchen und Putin-Freund Gennady Timchenko gegründet wurde und Konten mit umgerechnet Hunderten Millionen Dollar hielt.

Pikant: Die Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, die die LLC-Invest-Struktur nutzen, gehören ausnahmslos Oligarchen, die Putin nahe stehen sowie deren Kindern. Auch eine heimliche Geliebte Putins soll dabei sein.

Experte: „Es ist schwer, für all das eine harmlose Erklärung zu finden“

Die durchgesickerten E-Mails zeigen dabei, dass die Mitarbeiter der Unternehmen – obwohl sie in verschiedenen Bereichen tätig sind – gemeinsame Geschäfte besprechen, als ob sie Teil eines einzigen Systems wären. „Die Gruppe sieht am ehesten wie eine Genossenschaft oder ein Verein aus, in dem die Mitglieder Vorteile und Eigentum austauschen können“, sagte ein Experte für Korruption in Russland, der anonym bleiben möchte, gegenüber dem Netzwerk.

Ein ehemaliger Experte der amerikanischen Sanktionsbehörde OFAC, der ebenfalls anonym bleiben will, sagte dem Netzwerk, dass das Konstrukt um die E-Mail-Domäne sehr verdächtig aussehe. „Es ist schwer, für all das eine harmlose Erklärung zu finden“, sagte er. Der Experte sieht dabei auch eine Gefahr von Sanktionsumgehungen.

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